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.::Nanostray

Genre: Vertikal Shoot 'em Up
Spieler: 1 - 2 (jeweils nur 1 Modul nötig)
Freigegeben ab 6 Jahren (USK)

== Vorwort ==

Es freut mich zu erleben, dass ein altes Genre noch nicht ausgestorben ist. Klassische Arcade-Shooter waren ja eine ganze Weile vom Markt verdrängt. Nanostray ist allerdings ein reinrassiger Vertreter dieser Spezies. Umso mehr freut es mich, dass das deutsche Entwicklerteam Shin'en aus München die Programmierung übernahm. Shin'en ist ja schon durch Spiele wie Iridion 3D oder Iridion 2 auf dem Gameboy Advance bekannt.

== Handlung ==

Vielleicht wird der ein oder andere überrascht sein, dass es bei Nanostray keine Handlung gibt. Zumindest gibt es kein Introfilmchen, in dem eine Story erzählt wird. Auch im Handbuch ist nichts darüber zu lesen. Bei meiner Recherche im Internet konnte ich auf der offiziellen Seite von NINTENDO folgendes herausfinden.

ZITAT
"Nanostray erzählt die futuristische Geschichte eines Kampffliegers, der von feindlichen Einheiten abgeschossen wurde und sich nun nicht mehr erinnern kann, was er in diesem Sektor sucht. So bleibt ihm keine andere Möglichkeit, als sich auf die Suche nach dem im Bordcomputer gespeicherten Ziel zu begeben."
ZITAT ENDE

Das war's auch schon. Im Grunde kann man sich anhand des Genres aber auch seine eigenen Gedanken dazu machen. Man muss eben die Welt vor den Angriffen außerirdischer Invasoren retten ...

== Gameplay ==

In Nanostray steuern Sie ein kleines, aber feines Kampfraumschiff, das mit vier Waffen und je einer Sekundärwaffe bestückt ist. Damit fliegen Sie durch zehn, völlig unterschiedlich designte Level, und versuchen hektische Angriffswellen, anfliegender Alienraumschiffe abzuschießen. Am Ende eines jeden Levels, treffen Sie auf einen besonders widerstandsfähigen Bossgegner, den Sie in einem ausdauernden Kampf, die Lebenslichter auspusten müssen.
Zusätzlich verfügt Ihr Raumschiff noch über sogenannte Smartbomben, die bei den Gegnern erheblichen Schaden verursachen, meist sogar alle mit einem Schlag zerstören.

Folgende Waffen stehen bereits von Beginn an zur Verfügung:

  • Impuls: Schnelle blaue Impulse werde geradeaus gefeuert.
  • Impuls-Sekundärwaffe: Ein Massiver Laserstrahl wird nach vorne gefeuert.
  • Seitenfeuer: Feuert schnelle, kurze und gefächerte Laserstöße von den beiden Seiten des Raumschiffs
  • Seitenfeuer-Sekundärwaffe: Massiver, gefächerter Laserfeuer wird seitwärts abgefeuert.
  • Sucher: Doppellaser, der sein Ziel durch die Wärmesignatur der feindlichen Schiffe findet.
  • Sucher-Sekundärwaffe: Riesiger Laserstoß sucht große Ziele
  • Blitz: einzelner, durchgehender Blitzstrahl, der sich an ein Ziel anheftet bis es zerstört ist. Fliegt ein Gegner in diesen Strahl hinein, heftet er sich an diesen.
  • Blitz-Sekundärwaffe: Heftiger Blitzsturm umgibt das Raumschiff und verursacht massiven Schaden.

Weitere Waffen können nicht gesammelt werden. Untypisch ist für einen Weltraumshooter auch, dass die Vorhandenen Waffen nicht "aufgepowert" werden können, also in der Wirkung verbessert werden. Die Primärwaffen verfügen über unbegrenzt Energie. Die Sekundärwaffen verbrauchen aber Ladung und müssen durch blaue Münzen aufgeladen werden, die man nach jeder erfolgreich abgeschossenen Angriffswelle aufsammeln kann. Sollte man bereits volle Energie haben, gibt jede Münze 500 Punkte zusätzlich.
Weiterhin hinterlassen Gegner sehr oft gelbe Münzen, die einfach nur Bonuspunkte geben.
Diese Münzen kann man durch Druck auf die rechte Schultertaste quasi "ansaugen". Somit muss man nicht erst darüber fliegen.

Da ich gerade über Punkte schreibe: Das Spiel geht mit der Vergabe dieser Punkte recht kleinlich um. So spielt nicht nur eine Rolle, wie viele Leben Sie eingebüßt haben, oder wie viele Smartbomben man benutzen musste, sondern auch, wie oft man Münzen angesaugt, oder ständig Dauerfeuer gegeben hat. Es ist im allgemeinen recht schwierig und nur durch viel Übung möglich, eine herausragende Punktzahl zu erspielen.

Der Schwierigkeitsgrad ist unheimlich hoch. Auf dem Bildschirm tummeln sich die meiste Zeit so viele Gegner und gegnerische Geschosse, dass man häufig die Übersicht verliert. Dabei hat Shin'en wohl ziemlich übertrieben, denn oft bleibt nur sehr wenig Platz zum ausweichen, und ebenso häufig hat man meiner Ansicht nach nicht mehr die Möglichkeit auszuweichen, was recht unfair ist. Ich halte es für völlig utopisch ein Level ohne Lebensverlust zu schaffen.
Dabei habe ich gerade vom leichtesten Schwierigkeitsgrad geschrieben. Dort haben Sie zwar unendlich Continues, aber es ärgert einen Trotzdem. Bis zum zweiten Level wird man es gerade noch mit den Anfänglich verfügbaren Leben schaffen, aber spätestens dort bekommt man den Game Over Bildschirm zu sehen. Im Modus 'Fortgeschritten' und 'Profi', dürfte es wohl unmöglich sein das Spiel jemals durch zu spielen, zumal man dort weniger Annehmlichkeiten zur Verfügung hat. So bekommt man weniger Leben, hat weniger Energie usw.
Vom Schwierigkeitsgrad ist Nanostray also nur für absolut hartnäckige Fans von hammerschweren Weltraumshootern zu empfehlen. Allen anderen wird das Spiel viele Frustmomente bescheren, das verspreche ich Ihnen.

Man kann sich wie gesagt viel Ärger ersparen, wenn man die Strategien und Formationen der meisten Gegner lernt. Zu wissen welchen Angriff der Feind als nächstes ausführen wird, ist in Nanostray die Quintessenz. Besonders deutlich wird das bei Bosskämpfen. Diese äußerst heftigen Gegner greifen nämlich immer nach einem bestimmten Muster an, das sich irgendwann vorhersagen lassen wird. Dabei hat jeder Bossgegner einen wunden Punkt, den es mit den Waffen zu bearbeiten gilt. Am unteren Touchscreen können Sie mit Druck auf die entsprechende Anzeige, den Obermotz scannen, worauf Ihnen seine Achillesverse rot dargestellt wird. Den letzten Endgegner können Sie zum Beispiel nur von hinten besiegen.

Die Bossgegner sind ziemlich imposant, und haben wirklich heftige und abwechslungreiche Strategien auf Lager. Das erinnert mich also tatsächlich an Arcade-Spiele der alten Schule, wo man bei einem Kampf gegen solch ein Ungetüm noch richtig Pulsrasen bekam.

Doch nicht nur bei den Bosskämpfen herrscht die totale Action. Auch die Angriffswellen der Gegner lassen kaum Zeit zum durchatmen. Nur eine Sekunde der Unaufmerksamkeit, könnte dem Spieler ein weiteres Leben kosten.

Die Waffenwahl ist aus diesem Grund nicht besonders geschickt gewählt. Über vier Button am unteren Touchscreen, wählt man mit dem Daumen die gewünschte Waffe aus. Das Problem dabei ist, dass man hierzu den Blick für etwa eine Sekunde vom obigen Bildschirm lösen muss, um die richtige Auswahl zu treffen. Aber wie ich bereits weiter oben erwähnt habe, sind Verschnaufpausen von einer Sekunde im Spiel sehr wertvolles Gut, und nur selten möglich.

Zum Glück müssen Sie die Waffen nicht auch über diesen Bildschirm abfeuern, sondern benutzen die A, B, und X-Tasten um Primär-, Sekundärwaffen und die Smartbombe auszulösen.

Ihr Schiff verfügt über eine gewisse Widerstandskraft, die auf dem Touchscreen in Form eines Energiebalkens angezeigt wird. Ist dieser durch feindliche Projektile am Ende, explodiert das Raumschiff und ein Leben ist futsch. Recht viele dieser Angriffe hält das Ding allerdings nicht aus. Im einfachsten Schwierigkeitsgrad 'Normal', reichen schon sechs Treffer, bevor das Schiff das zeitliche segnet. Berühren Sie aber einen Gegner, ist gleich Schicht im Schacht. Meiner Ansicht nach hat es Shin'en damit ziemlich übertrieben.

== Spielspeicherung ==

Sie Speicherung der Spielstände erfolgt nicht über ein Passwortsystem, sondern über drei zur Verfügung stehende Speicherslots.

== Langzeitmotivation ==

Zwar stehen im eigentlichen Hauptspiel nur zehn Level zur Verfügung, aber Shin'en hat noch einige, freispielbare Dinge beigelegt, die über längere Zeit motivieren können.
Haben Sie Levels im Abenteuer-Modus bereits absolviert, dürfen Sie diesen dann im Arcade-Modus einzeln anwählen, und um Highscores kämpfen.
In den 22 sogenannten "Prüfungen" sollen Sie beweisen, dass Sie ein Echter Nanostray-Profi sind. Ihnen werden verschiedene Aufgaben, wie z.B. "schaffe 350000 Punkte" oder "benutze nur 1 Smartbombe" gestellt.
Haben Sie eine solche Prüfung bestanden, dürfen Sie in der Galerie freigeschaltete Bilder, Musikstücke und weitere Goodies begutachten. So gesehen bietet Nanostray schon einige Langzeitmotivation.

== Multiplayer ==

Mit einem zweiten Spieler, der zwar einen DS, nicht aber das Spiel haben muss, können Sie über WLAN gleichzeitig auf dem Bildschirm zocken. Hier sorgen verschiedene Modi für Abwechslung.
Im Modus '120s' dauert ein Level 120 Sekunden. Wer danach die meisten Punkte hat gewinnt.
Gleiches gilt im Modus '60s', wo ein Level allerdings nur 60 Sekunden dauert.
Bei 'Bonusrennen' gibt es keine Punkte. Die Feinde werfen immer gelbe Münzen ab, die die Spieler einsammeln müssen. Wer nach 120 Sekunden die meisten Münzen gesammelt hat, gewinnt.

Um die Sache dann noch etwas interessanter zu gestalten, kann man noch auswählen, ob der erste Spieler, der ein Leben verliert, automatisch auch diese Runde verliert.

== Grafik ==

Was Shin'en hier auf den Bildschim gezaubert hat, ist einfach umwerfend, und wurde bislang noch bei keinem DS-Spiel geboten. Im Spiel regnet es ein Effektfeuerwerk, das erstmal übertroffen werden muss. Und das dürfte ziemlich schwer sein.
Die Hintergründe sind so detailliert, dass einem die Freudentränen in die Augen schießen. Noch dazu bewegen Sie sich derart geschmeidig, sodass wirklich der Eindruck entsteht, man würde durch Schluchten oder vorbei an großen Bergmassiven fliegen. Es ist einfach ein Augenschmauß.
Leider hat man nur allzu wenig Zeit, diese Hintergründe zu bestaunen, da man sich wirklich dauernd auf das Kampfgeschehen konzentrieren muss (!).
Aber auch während der Action runden Gegner und Waffen die Hervorragende Grafik der hintergründe ab. Erstaunlicher Weise bricht die Framerate dabei zu keiner Zeit ein. In punkto Grafik ziehe ich ehrfurchtsvoll meinen Hut vor den Programmierern.

== Sound ==

Was soll ich sagen ... Shin'en haut auch soundtechnisch gewaltig auf den Putz und liefert feinsten, virtuellen Raumklang. Die Musikstücke sind überaus passend, und unterstreichen die heftige Action perfekt. So und nicht anders will ich das bei allen Spielen für den DS hören! Aber das wird wohl nur ein Wunschdenken bleiben schätze ich ...

== FAZIT ==

Obwohl das Spiel nur zehn Levels bietet, können die Extras lange genug motivieren. Die non-stop Action verursacht echtes Pulsrasen, wie ich es schon vermisst hatte.
Technisch bietet das Spiel bombatische Grafiken und Sounds, die andere Programmierer erzittern lassen dürften.
Der ziemlich übertriebene Schwierigkeitsgrad dürfte hartgesottenen Fans liegen, aber Neulingen einen Frustmoment nach dem anderen bescheren.

Grafik: 10/10
Sound: 10/10
Spielspaß Einzel: 7/10
Spielspaß Multi: 7,5/10



Die Texte und Wertungen stellen die Meinungen des jeweiligen Autors dar...

.::Infos

Nanostray

» Erschienen:
07.02.2006

» Hersteller:
THQ

» Entwickler:
Majesco Entertainment

» Genre:
Action / Ballern

» Spieler:
1-2


.::Wertung
Grafik:
Grafik 10
10/10
Sound:
Sound 10
10/10
Spielspaß Solo:
Spielspaß Solo 7
7/10
Spielspaß Multi:
Spielspaß Multi 7.5
7.5/10
Gesamtwertung
Gesamtwertung 86.25%
86.25%
Autor: fuertherbube
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