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.::Pikmin 2

Nachdem mir Pikmin sehr gut gefallen hatte, bin ich schon seit der Ankündigung sehr gespannt auf den Nachfolger. Von verschiedenen Quellen aus den USA hatte ich schon gehört, dass es besser und länger sein soll und vor allem alle kleinen Mängel des Vorgängers beseitigt wurden.
Dann war es eines Tages endlich soweit: Der Europalaunch von Pikmin 2 stand an.
Jedenfalls am folgenden Tag. Ich hoffte darauf, dass Pikmin 2 schon an diesem Tag in den Regalen stand und diese Hoffnung erfüllte sich nach 3 Lädenbesuchen sogar. So kehrte ich nach Hause zurück - mit Pikmin 2, das mich zwar 60 Euro gekostet hätte, was 10 Euro teurer als bei zu vergleichenden Versandanbietern gewesen war, aber dafür hatte ich es jetzt schon.

Die Story
Als Olimario auf seinen Heimatplaneten zurückkehrt, hatte er sich eigentlich auf eine gemütliche Zeit mit seiner Familie gefreut. Leider kommt alles anderes. Sein Chef Shyacho erwartet ihn und teilt ihm mit, dass sein Kollege/Untergebener Louie dummerweise eine Ladung Pik-Pik-Karotten verschlampt hat. Das Resultat : 10000 Tacken Schulden ! Shyacho ist völlig verzweifelt. Da entdeckt er ein Mitbringsel, das Olimario von seinem letztbesuchten Planeten mit den Pikmin mitbrachte, nämlich einen Kronkorken. Der Bordcomputer des Firmenraumschiffs meldet : Das Ding ist glatte 100 Taler wert ! Also ist klar : Olimario und Louie statten dem Planeten einen zweiten Besuch ab und suchen Schätze, bis die Schulden gedeckt sind.

Die Storyentwicklung :
Diesmal hat man sich im Gegensatz zum Vorgänger etwas mehr Mühe gegeben. In den wunderschön gerenderten Zwischensequenzen sieht man auch endlich etwas von Olimarios Heimatplaneten.
Allerdings kommen diese Sequenzen nicht so häufig vor, insgesamt gibt es nur sechs, die sind aber alle sehr liebevoll gemacht. Nach jedem Tag auf dem Pikminplaneten bekommt man ein meistens amüsantes Telegramm von Olimarios Heimatplaneten, das entweder von Shyacho oder von Olimarios/Louies Familie stammt. Mir hat gefallen, wie Nintendo sich bemüht hat, etwas mehr Story ins Spiel zu bringen. Die Story ist zwar nicht gerade spannend oder mitreißend, aber sie ist durchaus amüsant.

Das Spielprinzip :

Immer noch zieht man wie ein Bauer seine Pikmin, die wie eine Mischung zwischen Tier und Pflanze sind, in der Basis mit den Zwiebeln, die sowas wie Muttertiere sind, auf. Zu den drei Farben rot, gelb und blau kommen im Nachfolger noch die Farben lila und weiss hinzu, die allerdings keine eigenen Zwiebeln besitzen. Die lilanen Pikmin sind richtig fett und können die Gegner paralysieren, ausserdem tragen sie praktischerweise 10mal soviel wie normale Pikmin. Die Albinopikmin sind giftig und also schädlich für die Gegner und haben eine Resistenz gegen Gifte entwickelt. Man muss bestehende Pikmin in spezielle Blumen werfen, um sie so zu diesen Farben umzuwandeln. In den Höhlen findet man noch eine völlig andere Pikminart, von der ich hier nichts verraten will. Da Louie dieses Mal auch von Partie ist, kann man nützlicherweise zwischen Louie und Olimario hin und her schalten, was einem viel Laufarbeit erspart. Überall in der Gegend liegt, wie es ja üblich ist, Müll herum. Dieser ist allerdings für Olimario ja ziemlich wertvoll, deswegen sollte man ihn mithilfe der Pikmin in die Basis befördern, wo das Raumschiff, welches als Lagerhalle übrigens auch für die lilanen und weissen Pikmin dient, steht. Ein ganz neues Gameplayelement sind in Pikmin 2 die Höhlen : Dort hat man keine Basis und muss also mit den Pikmin auskommen, die man in diese Höhlen mitbringt. Sterben die, kann man sie nicht zurückholen, genausowenig kann man irgendwie seine Energie (bzw. die von Olimario/Louie) aufladen.

Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger
Im Vorgänger gab es schon einige Details, die mich gestört haben. Diese hat Nintendo löblicherweise ausradiert. So geht es jetzt um einiges schneller, die Pikmin zu pflücken und nervige Laufarbeit wird einem durch Louie auch erspart. Ertrinkende, verbrennende oder vergiftete Pikmin kann man jetzt auch endlich mithilfe der Pfeife retten, allerdings muss man sich beeilen, sonst sind sie verloren. Zum Glück kann man endlich so kleine Fehler wieder rückgängig machen. Ein Tageslimit im Storymodus gibt es im Gegensatz zum Vorgänger nicht, also hat man alle Zeit der Welt, zu tun was einem beliebt. In Pikmin 2 ist es schwerer mit Olimario oder Louie zu sterben, zum Beispiel zieht einem Feuer nicht mehr so viel Energie ab. Das gelbe Pikmin Bomben tragen können, wurde jetzt abgeschafft und das ist schon für mich eine Verbesserung, da das früher manchmal mit den Bomben nicht so gut funktioniert hat und die gelben Pikmin sich dann selber in die Luft gesprengt haben. Ausserdem hat man den Challengemodus etwas aufgepeppt und allgemein den Umfang erweitert. Eines habe ich auch noch sehr gut vom Vorgänger in Erinnerung : Man läuft fröhlich über eine Brücke, in Erwartung dass die Pikmin einem folgen - die aber durchqueren die Strecke durchs Wasser und ertrinken jämmerlich. Solche Situationen wollte man beim Nachfolger vermeiden und hat es auch meistens geschafft. Die Pikmin sind schon etwas klüger geworden, allerdings muss man immer noch aufpassen, dass einem auch wirklich alle Pikmin folgen, da sie selten doch an irgendwelchen Ecken hängenbleiben.

Der Storymodus
Dies ist wohl der wichtigste Modus im Spiel. Wie am Anfang gesagt, hat man zunächst die Aufgabe, 10000 Taler in Schätzen einzusammeln. Es gibt insgesamt 4 ausgedehnte Levels, die den 4 verschiedenen Jahreszeiten nachempfunden wurden, in denen auch nochmal mehrere Höhlen versteckt sind. Diese Höhlen sind in mehrere Etagen aufgeteilt und am Ende wartet meistens ein Endgegner. Ist der besiegt, bekommt man immer ein wichtiges Upgrade für den Raumschiffanzug von Olimario, das eine nützliche Funktion oder Fähigkeit beisteuert, wie zum Beispiel die Resistenz gegen Feuer. Hat man die Schulden beglichen, kann man noch in aller Ruhe sämtliche Schätze, derer 210, überall abzugrasen. Die 4 großen Levels sind sehr gut durchdesignt und bieten so einige Überraschungen. Die Gegner der Pikmin wie Käfer, Vögel, Maikäfer oder Igel sind nur teilweise vom Vorgänger "recycelt", größtenteils sind sie extra für Pikmin 2 designt worden. Und das ziemlich gut, die vielen verschiedenen Tiere sind mit viel Liebe zum Detail modelliert und animiert worden. Der Storymodus bleibt durchgängig spassig und spannend, irgendwelche Längen oder langweilige Stellen gibt es nicht. Es ist einfach Wahnsinn, wieviel man in der Pikminwelt entdecken kann.

Der Multiplayermodus
Ein Kritikpunkt beim Vorgänger war der fehlende Multiplayermodus. Nintendo hat sich die Kritik der Leute zu Herzen genommen und bei Pikmin 2 einen Multiplayermodus für maximal 2 Spieler integriert. Ein Spieler steuert Olimario und einer Louie. Jedem Spieler steht nur eine Pikminfarbe bzw. eine Zwiebel zur Verfügung, bei Olimario sind das die roten Pikmin und bei Louie die blauen Pikmin. Ungefähr zehn Karten mit verschiedenen Themen stehen dabei zur Verfügung, diese sind dabei immer bei jeder Partie anders, da sie zufallsgeneriert sind. Es gibt mehrere Möglichkeiten zu gewinnen, entweder findet man alle vier gelben Perlen oder stiehlt dem Gegner die große Perle aus der Basis. In der Regel passiert letzteres. Ich denke, hier hat Nintendo etwas Potential verschenkt. Der Multiplayermodus ist zwar immer wieder für eine Partie gut, jedoch hätte man wirklich mehr daraus machen können.

Der Challengemodus
Im Challengemodus müsst ihr Dutzende von einzelnen Missionen lösen. In denen geht es darum, möglichst schnell und verlustfrei Höhlen von Schätzen freizuräumen. Verliert ihr dabei kein einzelnes Pikmin, gibt es ein "Perfekt"-Rating, das eigentlich das einzig sinnvolle Rating ist, da ihr dieses bei allen Missionen braucht, um einen Film freizuschalten. Bei anderen Ratings wird nichts freigeschalten. Der Challengemodus ist um einiges spassiger als beim Vorgänger, bei dem es nur dauernd ums Pikmin züchten ging. Das fällt jetzt ganz weg. Den Challengemodus kann man auch zu zweit spielen, wobei ein Spieler Olimario und einer Louie übernimmt. Das artet aber eher in Chaos aus, weil so ein "Perfekt"-Rating auch schnell unmöglich wird.

Piklopedia und Schätzekunde
In der Piklopedia darf man bereits besiegte Gegner bei entspannender Musik beäugen und füttern. Dabei kann man mit der Kamera zoomen und die Kamera drehen, wies einem beliebt. Diese Option wähle ich immer mal gerne an, weil die Gegner sehr schön modelliert sind und mit teilweise putzigen Animationen glänzen. Bei allen Gegnern ist ein Kommentar von Olimario abrufbar, der die jeweilige Art beschreibt. Später ist auch ein reichlich sinnloser Kommentar von Louie abrufbar, der ein Rezept beeinhaltet. Kann man ja gut gebrauchen, wenn es die Viecher nur virtuell gibt. In der Schätzekunde bestaunt man die verschiedenen Schätze. Auch hier gibt es wieder Kommentare von Olimario und später ist ein bemühter Verkaufsslogan anwählbar.

Der Umfang
Etwas wirklich erstaunliches bei Pikmin 2 ist der Umfang, der rollenspiel-artige Ausmaße erreicht. Um den Storymodus ganz durchzuspielen, habe ich satte 52 Stunden benötigt. Mit dem Challengemodus kann man nochmal 10 Stunden verbringen. Also ist dies ein wirklicher Pluspunkt für Pikmin 2, da heute ja eigentlich die Spiele immer kürzer werden und ein derartig langes Spiel eine echte Seltenheit darstellt.

Kontras bei diesem Spiel ?
Am Anfang wird das ganze Spielsystem nochmal erklärt. Das fand ich etwas unnötig, weil ich ja den Vorgänger schon kannte, deswegen hat das Tutorial am Anfang ein wenig genervt. Aber es geht nicht wirklich lange, das Tutorial. Dann ist ganz am Ende der Schwierigkeitsgrad eine wirkliche Herausforderung. In den letzten Höhlen tummeln sich sehr viele Feinde der Pikmin und es wird wirklich schwierig die Verluste zu minimieren. Allerdings habe ich die Herausforderung angenommen und für mich stellte der Schwierigkeitsgrad eigentlich kein Problem dar, man muss eben einfach manchmal mehrere Versuche aufwenden um die Sterberate klein zu halten.

Die Grafik
Nochmals wurde die ohnehin schon gute Grafik vom Vorgänger verbessert. Die Umgebungen sehen einfach nur fantastisch aus und sind sehr stimmungsvoll. Die Wasserdarstellung wurde durch Transparenzeffekte verbessert, die ich bestimmt einfach nur 5 Minuten lang angegafft und bewundert habe. Die drei Kameraperspektiven sorgen immer noch für sehr gute Übersicht, diesmal wurde auch eine Third-Person-Perspektive implementiert, die zwar nicht für Übersicht sorgt, aber doch recht hübsch anzusehen ist. Die Gegner der Pikmin wurden diesmal um einiges hübscher ausgestaltet und könnten teilweise wirklich einem professionellen Animationsfilm entsprungen sein, wenn man sie sich mal so in der Piklopedia anschaut. Diesmal wurde auch öfters Bump-Mapping, das zur Simulierung komplexer Oberflächen dient, eingesetzt. Ich habe wirklich die Augen offengehalten, aber keinerlei störende Ruckeleien im Spiel bemerkt. In der Piklopedia jedoch ruckelt es bei einem Gegner allerdings schon, komischerweise ruckelt es im Spiel, wenn man diesem Gegner, einer mechanischen Spinne, begegnet, nie.

Die Steuerung
Viel hat sich nicht verändert : Noch immer steuert man einen Cursor und ruft mithilfe einer Pfeife seine Pikmin, sodass sie einem treuherzig folgen. Die Kamera dreht man stufenlos mithilfe der Schultertaste. Genau wie der Vorgänger begeistert Pikmin 2 mit einer sehr gut funktionierenden Steuerung. Das hin und her-Wechseln zwischen Olimario und Louie geht problemlos vonstatten.

Der Sound
Wenn man ein Spiel so lange wie Pikmin 2 spielt, könnten die Lieder schon nach geraumer Zeit ziemlich nerven. Das ist bei Pikmin 2 aber nicht so. Einige Lieder werden sogar zu echten Ohrwürmern, die einem auch noch nach dem Spiel im Kopf herumschwirren. Genervt hat mich der Soundtrack jedenfalls nie, was durchaus löblich ist. Sprachausgabe gibt es übrigens nur in der Ausserirdischensprache von Olimario, was vielleicht auch Japanisch ist, ich weiss es nicht. Die Pikmin bleiben zwar auch in Pikmin 2 stumm, singen aber immer wieder fröhlich ein Liedchen, während sie einem folgen.

Technische Informationen
Pikmin 2 unterstützt den 60 Hz-Modus. Ladezeiten konnte Nintendo im Singleplayermodus zum Glück für den Spieler vermeiden, aber es gibt 3 Sekunden lange Ladezeiten im Multiplayermodus. Das Spiel ist komplett auf deutsch.

Fazit
Der ohnehin geniale Vorgänger wurde mit Pikmin 2 noch einmal übertroffen. Für seine 50 Euro bekommt man hier 60 Stunden satten Spielspaß geboten, was meiner Meinung nach ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis darstellt. Das ganze Spiel ist liebevoll durchdesignt und überzeugt mit ruckelfreier Grafik. Ich spreche eine klare Kaufempfehlung aus.



Die Texte und Wertungen stellen die Meinungen des jeweiligen Autors dar...

.::Infos

Pikmin 2

» Erschienen:
07.10.2004

» Hersteller:
Nintendo

» Entwickler:
Nintendo

» Genre:
Adventure

» Spieler:
1-2


.::Wertung
Grafik:
Grafik 9.5
9.5/10
Sound:
Sound 9
9/10
Spielspaß Solo:
Spielspaß Solo 8.5
8.5/10
Spielspaß Multi:
Spielspaß Multi 8
8/10
Gesamtwertung
Gesamtwertung 87.50%
87.50%
Autor: Gaara


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