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.::Luigi's Mansion

Der Start der neuen Konsole Nintendos, nämlich der Gamecube, war eng verbunden mit dem Namen "Luigi's Mansion".

Dieses Spiel war eindeutig der Starttitel schlechthin, wollte es schließlich speziell im Hinblick auf die Grafik allen verdeutlichen, wie stark die Hardware des "Würfels" sei. Überraschend war für mich damals, dass nicht Mario in die Hauptrolle schlüpfte, sondern sein kleiner Bruder Luigi, ich jedenfalls erwartete eine ähnliche Klasse von diesem Gamecube-Starttitel wie damals von "Super Mario 64" zu Beginn der Ära des Nintendo 64. Um ehrlich zu sein, sah "Luigis Mansion" auf den ersten (und auch auf den zweiten!) Blick sehr gut aus, doch in vielen anderen wichtigen Punkten, die einen Top-Titel ausmachen, enttäuschte es zumindest leicht. Das, was uns hier für nicht gerade wenig Geld (in etwa 60€) geboten wurde, war mir eindeutig zu wenig, auf die Details gehe ich gleich natürlich noch näher ein. Fast schon "natürlich" ist die Zielgruppe dieses Spiels ganz eindeutig auf die jüngeren Videospieler und Videospielerinnen zugeschnitten, für meinen Geschmack sogar etwas zu kindisch, so dass sich Nintendo über das Image als Kinderkonsole eigentlich nicht zu wundern braucht. Und das muss ich sagen, obwohl ich mich selbst als Nintendo-Fan bezeichnen möchte, zudem hat mich die unverschämt kurze Spieldauer dieses insgesamt viel zu leichten Actionadventures geärgert. Spaß macht es zwar schon und niedlich sieht es auch aus, doch eben nur für (viel zu) kurze Zeit.

Worum geht es in "Luigi's Mansion" eigentlich?

Bei diesem Actionadventure steht der gute Luigi (wie schon am Titel "leicht" zu erahnen) im Mittelpunkt, der zunächst ein riesiger Glückspilz zu sein scheint.
Ihm ist es doch tatsächlich gelungen, ein großes Anwesen zu gewinnen, überglücklich macht er sich nach erhaltener schriftlicher Bestätigung auf in Richtung seines neuen Wohnsitzes in Form einer großen Villa. Dort angekommen stellen wir als Luigi zunächst fest, das erst einmal ordentlich aufgeräumt und vor allem geputzt werden muss, doch das ist natürlich halb so schlimm. Etwas bedenklicher (und so langsam aber sicher schwant Luigi, dass dies ein echter Haken an der Sache sein könnte!) ist die Tatsache, dass es dort sehr stark zu spuken scheint, in der Folgezeit dieses Abenteuers sind wir nämlich die ganze Zeit über mit dem Verjagen von hartnäckigen Geistern beschäftigt. Obwohl er über seinen dicken Hauptgewinn außer sich vor Freude war, zeigt sich, dass Luigi ein echter Angsthase ist, am Liebsten würde er sich wieder sofort aus dem Staub machen. Da jedoch sein großer Bruder, niemand Geringerer als der weltberühmte Mario höchstpersönlich, von den Geistern verschleppt wurde, kann er diesen nicht einfach im Stich lassen. Also bleibt Luigi nichts Anderes übrig als die Auseinandersetzung mit zahlreichen Geisterwesen aufzunehmen, tatkräftige Unterstützung erhält er dabei von einem Professor, der ein Spezialist auf dem Gebiet der Geisterjagd zu sein scheint. Netterweise bekommt er die neueste Erfindung des Wissenschaftlers zur Verfügung gestellt, um genauer zu sein handelt es sich um einen sogenannten "Super-Geistersauger".
Viel erklären braucht man dieses Instrument wohl nicht mehr, der Name sagt eigentlich alles, Luigi macht sich jedenfalls wieder schnurstracks auf den Weg, um die Geister zu vernichten und schließlich Mario zu befreien.

Soviel zur Geschichte an sich.

Was den Spielverlauf von "Luigi's Mansion" betrifft, so war ich in erster Linie davon überrascht, dass wir es hier nicht mit einem Hüpfspiel, sondern mit einem Actionadventure zu tun haben. Schon bei der Steuerung fällt direkt auf, dass diese eher ungewöhnlich ist. Mit dem Analogstick laufen wir mit Luigi durch die Gegend und mit der C-Steuerung dirigieren wir seinen Oberkörper inklusive des Staubsaugers. Zudem stellen wir mit der rechten Schultertaste die Saugstärke ein, mit der wir die bösen Geister erwischen und somit unschädlich machen wollen, gewöhnungsbedürftig ist das Ganze zunächst schon, aber ziemlich schnell zu erlernen. Da sich die Geister in dunklen Ecken aufhalten, benötigen wir natürlich auch eine Taschenlampe, der eine entscheidende Rolle in diesem Abenteuer zukommt: erwischen wir einen Geist mit dem Strahl unser Taschenlampe, nimmt dieser für ganz kurze Zeit eine feste Gestalt an, woraufhin wir diesen schleunigst einsaugen müssen. Daraufhin rotieren wir mit dem Stick so lange, bis dem eingesaugten Geist die Puste ausgeht beziehungsweise dessen Energie bei Null gelandet ist. Schaffen wir dies, ist der Geist erledigt und wir haben die Auseinandersetzung gewonnen. Dann heißt es wieder auf zum nächsten Opfer" und so weiter und so fort. Was anfangs interessant und auch spaßig rüberkommt, wird nach kurzer Zeit doch langweilig, es mangelt diesem Spiel dann erheblich an Abwechslung. Wieder und wieder und immer wieder den selben Vorgang zu erleben, ist nicht gerade innovativ und senkt den Spielspaß mit zunehmender Spieldauer immer mehr. Die Hoffnung, dass sich daran später etwas ändert, wird zunehmend geringer, ich war in diesem Punkt jedenfalls mehr als nur etwas enttäuscht.

Das Einzige, was bei der Geisterjagd dann noch hinzukommt, ist die Tatsache, dass nicht alle Geister sich auf ein und dieselbe Art fangen lassen. Nicht jedes spukendes Wesen erstarrt durch das Blenden mit der Taschenlampe kurzzeitig, manche zeigen sich unbeirrt davon und treiben weiter ihr Unwesen. Diesen besonders hartnäckigen Geistern ist nur beizukommen, wenn Ihr sämtliche Räume des Anwesens sorgfältig durchsucht, dem ein oder anderen Geheimnis auf die Spur kommt und so manchen Schwachpunkt eines solchen Geistes herausfindet. Stellt Euch diese am Besten als eine Art Zwischen- oder Endgegner vor, die auf irgendetwas besonders empfindlich reagieren und die fast nur auf eine bestimmte Art und Weise zu bezwingen sind.
Im Erfolgsfall hinterlassen diese wichtige Schlüssel, (nur) mit denen Ihr weiter vorankommt, erst dann gelangt Ihr in weitere Räumlichkeiten, in denen es vor Geistern natürlich auch nur so wimmelt. Schließlich lässt sich unser Sauggerät im Laufe der Zeit aufrüsten, was dann auch bitter nötig ist, in erster Linie sollten wir alle Räume sehr genau nach Geldmünzen und Geldscheinen durchsuchen, die teilweise sehr gut versteckt sind. Durch eine spezielle Elementmünze kann Euer Sauger später mit Wasser, Eis und Feuer "um sich schmeißen", mit dem anfangs beschriebenen bloßen Saugen ist es bei einigen Geistern längst nicht mehr getan, denn so manch ein Geist ist eben nur gegen Feuer oder Wasser oder ein sonstiges Element empfindlich.

Ärgerlich ist, dass dieses niedlich inszenierte und anfangs auch sehr unterhaltsame Actionadventure nicht besonders viel Abwechslung bietet und mit schätzungsweise fünf bis maximal (aber auch wirklich höchstens!) zehn Stunden viel zu kurz geraten ist. Ein Mehrspielermodus wurde leider nicht berücksichtigt, so dass die Langlebigkeit dieses Gamecube-Starttitels nicht gerade hoch ist. Da hilft es auch nicht viel (zumindest nur ein bisschen!), dass nach dem erstmaligen erfolgreichen Durchspielen, die Spielwelt im zweiten Durchgang etwas anders aussieht: sämtliche Räume in der Villa sind dann spiegelverkehrt, die Geisterwesen sind deutlich aggressiver und speziell die Zwischen- und vor allem Endgegner haben neue fiese Attacken auf Lager. Trotzdem ist es meiner Meinung nach nicht der Weisheit letzter Schluss, das Abenteuer einmal durchgespielt haben zu müssen, um dann erst richtig gefordert zu werden, so mitreißend ist das Ganze beim zweiten Mal schließlich nicht mehr, da Ihr alles ja schon kennt und Abwechslung nicht gerade die große Stärke dieses Spiels ist. Zu wenig Abwechslung mit unübersehbaren spielerischen Längen, kein Mehrspielermodus und insgesamt eine zu geringe Langzeitmotivation: das alles sind nicht gerade Pluspunkte.

Wie sieht "Luigi's Mansion" denn aus und wie hört es sich an"?

Wie ich es eigentlich auch nicht anders erwartet hatte, möchte dieser Starttitel für den Gamecube vor allem durch eine aufsehenerregende Präsentation beeindrucken. Dies gelingt Nintendo auch, zumindest halbwegs. Die knallbunten Räume in der Villa, die großen Spielfiguren und guten Animationen sind ebenso wie die gelungenen Spezialeffekte (ganz besonders die Licht- und Schattenspiele!) sicherlich sehenswert. Manchmal sehen mir die Texturen am Boden und im Hintergrund dann aber doch etwas zu einfach aus, nicht selten kommen diese ohne sonderliche Details daher. Speziell die Räumlichkeiten sind mir auf den ersten Blick als etwas zu bieder in Erinnerung geblieben, darüber kann auch die knallbunte Farbgebung nicht hinwegtäuschen. Ähnlich wie im Hinblick auf die Grafik sieht es auch bei den akustischen Elementen aus, da ich auch diese nur als "gut", aber eben nicht als "sehr gut" bezeichnen möchte. Möglicherweise liegt das auch daran, dass ich Revolutionäres hinsichtlich der Präsentation, eben etwas Ähnliches (noch nie zuvor Dagewesenes!) wie einst mit "Super Mario 64" erwartet hatte und tue möglicherweise "Luigi's Mansion" damit etwas Unrecht. Vom Soundtrack her hatte ich mehr Ohrwürmer erwartet, also Melodien, die einem einfach nicht aus dem Kopf gehen wollen und auch die Soundeffekte hätten einen Schuss mehr Abwechslung ruhig vertragen können. Schlecht ist der Soundtrack allerdings keineswegs, nicht dass wir uns jetzt hier falsch verstehen, die Spuk-Atmosphäre kommt ziemlich gut rüber, aber eben nicht derart packend, als dass ich wahnsinnig in den Bann gezogen würde und alles um mich herum vergessen könnte. Nein, über alle Maßen mitreißend ist die Spielatmosphäre nicht, aber sie ist in Ordnung und besonders am Anfang wirklich interessant. Wahrscheinlich war die Meßlatte beziehungsweise waren die Erwartungen speziell an Grafik und Sound von "Luigi's Mansion" einfach zu hoch, so dass ich im Normalfall wahrscheinlich gar nicht so kritisch gewesen wäre. Ein "Gut" bleibt ja immer noch ein "Gut" und das sind sowohl die knallig bunte 3D-Optik als auch die Akustik.

Kann ich Euch "Luigi's Mansion" insgesamt empfehlen?

Ganz sicher kann ich das, auch wenn ich zugeben muss, dass ich zumindest leicht enttäuscht wurde. Die Vor- und Nachteile dieses mit großer Spannung erwarteten Starttitels für den Nintendo Gamecube sind schnell ausgemacht: gefallen haben mir das knallbunte und vor allem niedliche Design, die sehr gelungenen Licht- und Schattenspiele und der zunächst sehr hohe Unterhaltungsgrad. Habt Ihr Euch an die Steuerung und an das Spielprinzip überhaupt gewöhnt, macht "Luigi's Mansion" zunächst auch wirklich Spaß. "Zunächst" leider deswegen, da es im Laufe der Zeit langweilig zu werden droht, besonders tiefgründig und variantenreich ist die Geisterjagd nämlich nicht. Die vereinzelten Rätsel sind im Grunde nicht der Rede wert, hauptsächlich sind wir mit dem Jagen und Einsaugen der Gespenster beschäftigt. Dass Ihr das Spiel das zweite Mal anspielen müsst, um dann erst richtig gefordert zu werden, fand ich auch nicht besonders toll, genauso wenig war ich davon begeistert, dass die Spieldauer sich im einstelligen Stundenbereich ansiedelt, das ist mir viel zu wenig. Gift im Hinblick auf die Langzeitmotivation ist sicherlich auch, dass kein Mehrspielermodus existiert, ein solcher hätte den Spielspaß gerade bei solch einem Actionadventure wie diesem hier ordentlich in die Höhe treiben können. Grafik und Sound sind gut, überragend oder überaus faszinierend, wie ich es mir erhofft hatte, sind sie aber wiederum auch nicht. Unter dem Strich bleibt zu sagen, dass "Luigi's Mansion ein unterhaltsames Actionadventure ist, welchem die Ideen aber schon nach wenigen Stunden ausgehen und die Motivation trotz der niedlichen Fassade daraufhin bedenklich nach unten saust, eine Empfehlung gibt es von mir aber "natürlich" dennoch.



Die Texte und Wertungen stellen die Meinungen des jeweiligen Autors dar...

.::Infos

Luigi's Mansion

» Erschienen:
03.05.2002

» Hersteller:
Nintendo

» Entwickler:
Nintendo

» Genre:
Adventure

» Spieler:
1


.::Wertung
Grafik:
Grafik 8
8/10
Sound:
Sound 8
8/10
Spielspaß Solo:
Spielspaß Solo 8
8/10
Spielspaß Multi:
Spielspaß Multi
/10
Gesamtwertung
Gesamtwertung 80%
80%
Autor: elisa2


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