Wer kennt ihn nicht ? Zumindest in den 90ern war Rayman recht bekannt. Bekannt dafür, weder Beine noch Arme zu haben. 2001 dann erschien hier das Remake des ersten Teiles der Rayman-Serie für den GBA, was ja relativ unglaublich war.
Sollte der GBA etwa so gut sein wie die Playstation oder der Saturn, für die dieses Spiel ursprünglich erschien ?
2005 fand ich es heraus als ich Rayman Advance für einen sehr billigen Preis entdeckte.
Der Story merkt man den 90er-Ursprung richtig an, andererseits haben ja auch heutzutage die meisten Storys von Jump'n'Runs keine wirkliche Tiefe. Es geht um einen bösen Zauberer, der das Protoon zerstört, das für Raymans Tal sehr wichtig ist. Als Folge erscheinen Electoons, die der Zauberer in Käfige sperrt und in dem ganzen Lande versteckt. Natürlich muss Rayman diese Electoons finden und befreien. Er hat übrigens keine Arme und Beine, was dort aber relativ normal zu sein scheint. Dabei wird er von der Fee Betilla unterstützt. Teilweise mutet das Spiel wie eine Parodie an, wenn zum Beispiel klischeetriefende Sätze wie "Der gefährlichste Teil dieser Reise kommt erst noch !" oder "Du bist mutig, Rayman" fallen. Da bin ich schon hin und wieder in Gelächter darüber ausgebrochen. Was allerdings wohl unbeabsichtigt vom Hersteller war.
In den Levels geht es hauptsächlich darum, das Ende zu erreichen. Dieses wird durch ein mit einem Ausrufezeichen markierten Schild....markiert. Es befindet sich jedoch sogar nicht mal einfach immer ganz rechts, sondern man muss es teilweise in allen Himmelsrichtungen suchen. Nebensächlich ist hier die Suche nach den Electoons, zum Beenden des Levels muss man keine Electoons befreien.
Anfangs hat Rayman noch sehr eingeschränkte Möglichkeiten, er kann nur seine Fäuste zu sehr langen Haken (einer der Vorteile wenn man keine Arme hat) benutzen und springen. Doch die Fee lehrt in doch noch einige überraschende Möglichkeiten im Verlauf des Spiels.
Ich erwartete eigentich ein recht trockenes und abwechslungsarmes Spiel, aber Rayman konnte mich dann doch überraschen. Es gibt viele verschiedene abwechslungsreiche Aufgaben in den Levels, zum Beispiel später sogar ein Shoot'em'Up Level, und es kommt mit den neuen Fähigkeiten immer wieder neuer Wind ins Spiel. Oft hörte ich vor dem Spielen, dass Rayman ziemlich schwierig wäre. ich habe auch wirklich viele Leben verbraten, aber es ist doch eigentlich jeder Level bis zum Pseudo-Endgegner zu schaffen. Etwas zu knausrig war Ubi-Soft jedoch mit den Continues : Schwächere Spieler könnten am unwiederrufbaren Game Over verzweifeln (man muss eben immer wieder mal abspeichern und wieder neu laden, wenn Rayman zu oft starb). Am Anfang störte mich noch etwas, dass Rayman nicht schwimmen kann und sofort beim Berühren von Wasser stirbt. Aber da gewöhnt man sich schnell dran. Sonst ist Rayman aber ein sehr spassiges Jump'n'Run, bei dem es einfach Spass macht durch die Levels zu rennen.
Die Nebensache die Electoons zu befreien erweist sich später jedoch als wichtig. Nachdem man einen Zwischengegner besiegt, geht es einfach nicht mehr weiter. Warum ? Man muss tatsächlich um das Ende zu sehen, jeden einzelnen Käfig überall finden. Das artet in Sucharbeit aus. In jedem Ober-Level (dieser ist meist in 3 kleinere Levels die nacheinander gespielt werden unterteilt) sind 6 Electoons-Käfige versteckt. Sehr gut versteckt. So gut, das ich nicht mal die Sucherei angefangen habe, von daher werde ich das Ende von Rayman wohl nie erblicken. Aber ein Spiel soll ja schliesslich Spass machen und nicht zur lästigen Arbeit werden. Das ist auch der größte Kritikpunkt an Rayman Advance : Ohne viel nervige Arbeit ist es nicht möglich das richtige Ende zu sehen.
Die Grafik ist, obwohl auch schon 4 Jahre alt, immer noch sehr schön anzusehen. Es wirkt fast schon wie ein spielbarer Zeichentrickfilm. Allerdings gibt es auch einige Kritikpunkte bei der Grafik, zum Beispiel ist in manchen Levels die Framerate sehr ruckelig. Da war der GBA wohl doch überlastet. Dies passiert zwar nicht oft, aber selten wäre untertrieben. Gelegentlich ist wohl der beste Ausdruck dafür. Ausserdem sind einige grosse Sprites (zum Beispiel Endbosse) sehr pixelig geraten, da sieht die Grafik dann doch eher hässlich aus. Pixelige Sprites kommen aber auch eher gelegentlich vor.
Sehr typisch für die Zeit, aus der Rayman kommt ist die Musik : Nervige Dudelmusik ist es nämlich die einen da beschallt. Was mir allerdings eher weniger ausmachte, da ich sowieso meistens den Sound beim GBA-Spielen ausschaltete. Die Soundeffekte sind zweckmäßig und haben eine recht gute Qualität.
Auf jeden Fall ist Rayman ein sehr gutes Handheldspiel, weil man es immer wieder kurz hervorholen kann, um weiterzuzocken. Ich speilte es auch immer wieder mal nachts, kurz vor dem Einschlafen eine halbe Stunde oder so. Wirklich länger hat es mich nur selten gehalten. Ein Suchtfaktor ist nicht wirklich vorhanden, aber so etwas Ähnliches : Das Spiel macht einfach Spass und man spielt gerne immer wieder eine Runde.
Fazit :
Ein doch sehr gutes Jump'n'Run, mit dem ich 10-15 Stunden verbrachte. Ich gab 7 Euro dafür aus und diese haben sich doch sehr gelohnt. Frech vom Hersteller ist allerdings die nervige Sammelei. Aber die abwechslungsreichen Levels und die wunderschöne Grafik entschädigen doch dafür. Die Steuerung reagiert auch sehr gut und gibt keinen Anlass zur Klage.
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