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.::Castlevania: Legacy of Darnkess

Im Jahr 1999 erschien ein sehr interessantes Actionadventure für das Nintendo 64, welches ich allerdings erst gut zwei Jahre später kennenlernen durfte, es aber trotzdem auf mich seinen Reiz ausübte und mir überhaupt nicht veraltet vorkam. Auch wenn seitdem weitere Jahre vergangen sind, denke ich, dass Castlevania 64 immer noch interessant ist oder zumindest für ein paar von Euch sein könnte und daher will ich kurz über dieses Spiel berichten.

Worum geht es in Castlevania 64 denn überhaupt?

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Reinhardt Schneider, welcher ein Nachfahre der bekannten Belmont-Familie ist, die schon immer Jagd auf Vampire machte und vielen von Euch schon von früheren Versionen für Spielkonsolen bekannt sein dürfte. Wieder einmal ist Graf Dracula der Erzfeind unseres Helden, neu ist in diesem Abenteuer für das N64 allerdings, dass wir es erstmals mit einem 3D-Adventure zu tun haben. Ansonsten hat sich vom Spielablauf zumindest auf den ersten Blick hin nicht so wahnsinnig viel geändert, denn auch in Castlevania 64 wird gerannt, gehüpft, geklettert und natürlich geprügelt, dies sind die Hauptelemente beziehungsweise die wichtigsten Dinge. Unsere Hauptfigur wehrt sich mit einer Peitsche, mit welcher er den Gegnern ordentlich das Fürchten lehren möchte. Außerdem ist Reinhardt Schneider auch geübt im Umgang mit Wurfaxt und Dolch und natürlich kommen auf dieser Vampirjagd auch Weihwasser und Kruzifix zur Geltung.

Doch es gibt nicht nur wirkungsvolle Waffen, sondern auch andere sehr wichtige Gegenstände, so zum Beispiel das Fleisch, welches Ihr zwischendurch dringend benötigen werdet, da Ihr die zahlreichen Kämpfe nicht unbeschadet übersteht und immer wieder Eure Lebensenergie auffrischen müsst. Magie darf natürlich auch nicht fehlen, doch auch diese ist natürlich nicht unbegrenzt vorhanden, so dass Ihr zum Beispiel auch immer Ausschau nach roten Juwelen halten solltet, die Euren magischen Energievorrat hinsichtlich der Extrawaffen wieder auffrischen, ansonsten bleibt Euch nämlich nichts Anderes übrig, als mit der ganz normalen Peitsche die Feinde aus dem Weg zu räumen und das ist nicht nur äußerst mühsam, sondern gegen manche Gegner extrem schwer. Dadurch seid Ihr praktisch das ganze Spiel über gezwungen, nicht zuviel Energie sowohl für Eure Gesundheit als auch die Verwendung der Extrawaffen einzubüßen, jedenfalls solltet Ihr nicht blindlings auf die Gegner drauflos stürmen und gegen die nicht ganz so starken Feinde möglichst nur mit der Peitsche vorgehen, um den Vorrat für die Extrawaffen nicht unnötig aufzubrauchen.

Außerdem kann ich Euch sagen, dass die Gegner sich generell ziemlich intelligent verhalten, der Schwierigkeitsgrad ist bei Castlevania 64 wirklich nicht ohne, ich bin an einigen Stellen schon ziemlich verzweifelt gewesen und musste mir manchmal sogar helfen lassen, damit es dann endlich weitergehen konnte, ab und zu war ich nämlich wirklich kurz davor aufzugeben, doch zum Glück schaffte ich es mit entsprechender Unterstützung irgendwann einmal doch. Immerhin gibt es sehr viele Fleischbraten aufzusammeln, die mir oft halfen, doch nicht den Game-Over-Bildschirm erblicken zu müssen, ansonsten wäre ich im Falle einer geringeren Anzahl solcher Braten hoffnungslos verloren gewesen, es war ja ohnehin schon schwer genug, wie ich zumindest fand.

Nicht nur die zahlreichen Gegner bereiteten mir Kopfzerbrechen, sondern noch viel mehr die fiesen Fallen, die wirklich überall auf mich lauerten. Oft sah ich mich nicht nur völlig überraschenden Angriffen gut versteckter Feinde gegenüber, sondern musste mich auch noch mit sehr schwierigen Hüpf- und Kletterpassagen herumschlagen, ziemlich oft geriet ich zwischen die schwebenden Plattform und viel in die Tiefe, was nicht gerade selten vorkam und, wie schon gesagt, ganz schön frustrieren konnte. Was die Steuerung angeht, so kann ich eigentlich nicht meckern, zumal ich noch vor dem Betreten des Schlosses von Dracula mich noch im Kampf mit den ersten etwas leichteren Gegnern üben konnte und somit nach wenigen Minuten den Dreh eigentlich ganz gut raus hatte, wie ich jedenfalls meinte. Größere Probleme mit der Steuerung oder auch der Kamera wären auch katastrophal gewesen, ich hatte schon genug mit Gegnern, Fallen und sonstigen schwierigen Passagen zu kämpfen.

Auffallend ist in Castlevania, dass Ihr merkt wie die Zeit vergeht, während wir durch Gärten, Schluchten oder Hallen laufen, merken wir deutlich wie die Nacht hereinbricht und viel später wieder ein neuer Tag beginnt, das schafft auf jeden Fall eine sehr schöne Atmosphäre. Später kommen wir unter anderem in den Besitz magischer Karten, mit denen wir die Nacht zum Tag und umgekehrt den tag zur Nacht machen können, es handelt sich dabei um die Mond- und um die Sonnenkarte. Des Weiteren wechselt sogar das Wetter, ging ich eben noch relativ gemütlich bei strahlendem Sonnenschein durch das Gelände, wurde ich urplötzlich von einem heftigen Sturm und einem sich anschließenden Gewitter überrascht, wobei manchmal sogar Blitze in die umliegenden Bäume krachten, diese in Brand setzten und schließlich dafür sorgten, dass diese mir brennend vor die Füße fielen, das passierte gleich schon zu Anfang des Spiels und ich ahnte da schon, dass die Präsentation dieses Abenteuers wohl nicht die Schlechteste sein würde.

Wie sieht Castlevania denn aus und wie klingt es denn so?

Spreche ich von der Präsentation, muss ich auch sogleich zu den Zwischensequenzen kommen, welche mir besonders gut gefallen haben und von mir aus auch ruhig noch etwas länger hätten sein können. Diese erscheinen immer dann, wenn in der Geschichte irgendetwas Wichtiges passiert, dies fand ich auf jeden Fall sehr gut. Es lohnt sich auch immer, sehr gut aufzupassen, was an Informationen in diesen Sequenzen enthalten ist, denn wir treffen nicht nur bösartige Gestalten, sondern manchmal auch Personen, die uns freundlich gesinnt sind und uns ab und zu wirklich weiterhelfen können. Sehr schön und extrem spannend fand ich es, dass ab und zu eine solche Person nur vorgab, ein Freund zu sein, sich später aber als Feind herausstellte. Dies sorgte dafür, dass ich mit zunehmender Spieldauer immer skeptischer wurde, die Spannung sehr hoch war und ich voll in den Bann der Geschichte gezogen wurde, dies in Verbindung mit den schönen Sequenzen gefiel mir extrem gut. Zudem werden die unterschiedlichen Tageszeiten und Wetterverhältnisse sehr schön präsentiert, die Figuren sind ziemlich groß, die unterschiedlichen Gestalten sehen manchmal fantastisch aus, die Animationen sind gut gelungen und auch die Hintergründe sind zumeist nicht nur mit kräftigen Farben versehen sondern auch sehr detailliert gezeichnet worden, das alles zusammen führt zu einem sehr stimmungsvollen Horror-Ambiente, was somit eine ganz große Stärke dieses Vampirabenteuers ist.

Dass ich mich ab und zu schön gruselte und phasenweise eine knisternde Spannung vorherrschte, lag dann aber auch zu einem Großteil an der bedrohlich klingenden, manchmal sich hochdramatisch anhörenden Begleitmusik, mehr als nur einmal sorgt die sich zumeist nur ganz dezent im Hintergrund zu hörende Orgelmusik für Gänsehaut, die gelungenen Soundeffekte ergänzen sich dazu ganz hervorragend. Überhaupt wirkt nicht nur die Grafik, sondern auch die Musik derart bedrohlich, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass mit Castlevania 64 eindeutig eine etwas ältere Zielgruppe angesprochen werden sollte, was ja bei solchen Hüpfabenteuern eigentlich nicht üblich ist und aus meiner Sicht natürlich eher ein Vorteil ist.

Würde ich Euch den Kauf von Castlevania 64 auch heute noch empfehlen?

Ja, das würde ich, allerdings unter gewissen Einschränkungen. Ganz sicher bin ich mir im Hinblick auf Grafik und Musik, denn hier müsste ich mich schon ganz besonders anstrengen, wollte ich etwas Negatives finden, ich bin mir sicher, dass Euch auch heute noch dieses Spiel in dieser Hinsicht gefallen wird. Was außerdem für dieses Vampirjäger-Spiel spricht ist seine Spieldauer, denn unter 40 Stunden seid Ihr niemals durch, ich brauchte jedenfalls mit Hilfe weit über 50 Stunden. Des Weiteren ist es sicher kein Nachteil, dass die gesamte Spielatmosphäre doch ziemlich "erwachsen" wirkt, teilweise ist es derart dramatisch oder spannend, dass ich mich kaum traute, weiterzuspielen.

Was weiterhin für eine deutlich ältere Zielgruppe spricht, ist die Tatsache, dass sich die Gegner teilweise äußerst intelligent verhalten, wir haben es von daher gesehen eindeutig mit einem anspruchsvollen Actionadventure, oder von mir aus auch Hüpfspiel, zu tun, so ganz sicher bin ich mir bei der Einordnung des Genres hier nicht. Und überhaupt ist die Geschichte derart spannend gewesen, dass ich trotz der frustrierenden Momente zwischendurch eigentlich fast nie das Joypad aus der Hand legen wollte, wobei der Gruselfaktor ganz sicher nicht gerade niedrig ist. Was mir jedoch etwas auf den Magen schlug, war der hohe Schwierigkeitsgrad, so dass ich das Spiel ohne fremde Hilfe wohl nie zu Ende hätte spielen können, ich fand das ein bisschen übertrieben. Obwohl ich eigentlich über die nötige Geduld und Ausdauer verfügte, war ich es irgendwann leid, zu frustrierend sind manche Passagen, in denen sich die Feinde einfach zu intelligent verhalten und die Hüpfpassagen deutlich zu schwer, ja eigentlich zu unfair sind. Manchmal wimmelt es nur so von Fallen, vom schwierigen Rennen und Springen über die Plattformen einmal ganz abgesehen.

Empfehlen kann ich Euch dieses wirklich hochinteressante Vampirabenteuer auf jeden Fall, stellt Euch nur darauf ein, dass Ihr zwar phasenweise von der Präsentation her begeistert sein, aber auch viele frustrierende Momente erleben werdet. Wer von Euch meint, dies aushalten zu können beziehungsweise der Meinung ist, über Nerven aus Stahl zu verfügen, der darf sich dann gerne mit diesem schweren Actionadventure vergnügen, viel Spaß dabei.



Die Texte und Wertungen stellen die Meinungen des jeweiligen Autors dar...

.::Infos

Castlevania: Legacy of Darnkess

» Erschienen:
03.03.2000

» Hersteller:
Konami

» Entwickler:
Konami

» Genre:
Action Adventure

» Spieler:
1


.::Wertung
Grafik:
Grafik 9
9/10
Sound:
Sound 8
8/10
Spielspaß Solo:
Spielspaß Solo 7.7
7.7/10
Spielspaß Multi:
Spielspaß Multi 3.5
3.5/10
Gesamtwertung
Gesamtwertung 70.50%
70.50%
Autor: elisa2
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