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.::Call of Duty 3

Wo im Fussball-Genre die Spiele Fifa und Pro Evolution Soccer den Konkurrenzkampf haben, konkurrieren im Ego-Shooter der Kriegsszenarien die Spiele Medal of Honor und Call of Duty.

Beide Spiele spiegeln die Kriege wieder, die sich Menschen gegenseitig antaten. Und auch in der dritten Serie von Call of Duty verschlägt es uns in die Epoche des II. Weltkriegs, nämlich genau in das Jahr 1944 nach Frankreich. Die Deutschen haben Paris erorbert und Deine Aufgabe ist es in den Rollen verschiedener Soldaten der Allierten wichtige strategische Punkte für den Gegenangriff zu gewinnen. Hierbei schlüpft man in die Rollen von Amerikanern, Briten, Kanadier und Polen. Diesmal können die Gummistiefel und Schwimmwesten zu Hause gelassen werden, denn es geht nicht nach Omaha Beach. Vielmehr wird hier die aus zwei Teilen bestehende Operation Market und Garden nachgespielt, die aus Sicht von Eisenhower ein halber Erfolg war. Es geht also bereits über die zerbombten Straßen von St. Lo sowie durch verschiedene Landschaften um Toucy, bis man schließlich den Fluß Mayenne erreicht und überqueren muss.

Nervenaufreibende Schlachten
Ich spiele nicht so oft Kriegsspiele, daher fühlte ich mich gleich nach den ersten Szenen an einem Kinofilm erinnert. Ich fühlte mich wie damals im Kinofilm "Ein Soldat namens James Rayen". Die ersten 15 Minuten saß ich verkrampft im Kinosessel und ließ die brutalen Kampfszenen über mich ergehen. Die Brutalität des Krieges und dass, was sich die Menschen gegenseitig antaten, zerrte stark an die Nerven. Auch in diesem Spiel wird das sehr deutlich. So wird man in den ersten Szenen von einem hinter dem Transport-Lkw herlaufenden Soldaten begrüßt, als er plötzlich von einem Bombeneinschlag in Nichts verschwindet. Auch die Angriffsszenen wo mit mehreren Mann die deutschen Stellungen angegriffen werden, erinnern sehr stark an den Film. Die Dramatik des Krieges sowie die andauernde Anspannung sorgt für eine eigenwillige spannungsgeladene und nervenaufreibende Atmosphäre, so dass der USK ab 18 durchaus berechtigt ist. Im Laufe des Spiels merkt man, dass Rambos auf diesen Schlachtfeldern nichts zu suchen haben. Verstecken und gezielte Schüsse aus der Deckung heraus sind für das Überleben sehr wichtig.

Gigantische Schlachtfelder mit Fehlern
Aber nun zu dem eigentlichen Spiel. Treyarch entwickelte eine Version für die Playstation 3 und gab diese am 29. März 2007 auf dem Markt, während das XBox360-Release bereits im November ein Jahr zuvor auf dem Markt erschien. Über die Grafik lässt sich streiten. Recherchiert man in verschiedenen Magazinen, so fällt der Vergleich zur XBox360-Version für Playstation3-Version grafisch schlechter aus. Der erste Eindruck des Spiels ist dennoch überwältigend, gerade wenn man die Vorläufer des Spiels nicht kennt. So befindet man sich auf gigantischen Schlachtfelder. Hier herrscht ein wahres Getümmel und Hektik. Mit großen Explosionen mit dichtem Rauch, aus denen plötzlich Gegner erscheinen. Auch die Straßenschlachten sind sehr gut dargestellt. Jedoch fällt nach einiger Spielzeit auf, dass es hin und wieder bei heftigsten Kämpfen zu Rucklern in der Geschwindigkeit kommt und dass es auch mal passieren kann, dass ein gefallener Soldat an einer Häuserwand in der Luft hängt. Die Detaildichte verschiedener Objekte ist dafür schon sehr gut umgesetzt. So erscheinen die Graslandschaften und Bäume sehr detailliert und auch die Kameraden und verschiedenen Waffen machen ein gutes Bild. Sehr schön umgesetzt ist das Zielen mit dem Gewehr (L1-Taste). So wird im ersten Moment eine gewisse Unschärfe beim Zielen über Kimme und Korn dargestellt, die nach dem sich das virtuelle Auge daran gewöhnt hat, schärfer wird. Es gibt also sehr schöne Grafikelemente wie aber auch noch einige Fehler im Spiel.

Eine gut umgesetzte Steuerung
Die Steuerung mit dem Sixaxis-Controller entpuppt sich während des Spiels als sehr einfach, so dass auch Anfänger einen schnellen Einstieg finden. Mit dem linken Analogstick wird sich bewegt, mit dem rechten ändert man die Blickrichtigung. Gezielt wird mit der L1-Taste während mit der R1 geschossen wird. Die unteren Schultertasten L2 und R2 sind für das Werfen von Rauch- und Splittergranaten vorgesehen. Dies sind nur einige der Steuerungsmöglichkeiten. Sehr gut umgesetzt ist die Sixaxis-Funktion des Controllers. So kann man mit einem Schwenk des Controllers im Nahkampf seinem Kontrahenten einen Hieb mit dem Gewehrkolben geben und während eines Handgemenkes um ein Gewehr kämpfen. Da werden die Unterarme ganz schön trainiert. In dem Spiel wird man nicht nur zu Fuß unterwegs sein. So findet man sich auch hinter dem Steuer eines Jeeps oder auf dem Rücken eines Panzers wieder um taktische Ziele vorzugeben. Das sorgt für ein sehr abwechslungsreiches Spielgeschehen. Jedoch ist die Möglichkeit der Bewegungsvielfalt auch stark eingeschränkt. So merkt man bei der Fortbewegung, dass das Spiel sehr linear verläuft, da man kaum Möglichkeiten hat, alternative Wege einzuschlagen und Hindernisse bleiben auch unüberwindbare Hindernisse, es sei denn die Handlung gibt es vor, dass man z.B. mithilfe eines Kameraden das Hindernis überwindet. Der angezeigte Kompass trägt daher nur dazu bei, nicht die Übersicht zu verlieren. Auch das Zerstören von Objekten dient nicht gerade den realistischen Empfinden. Denn Schüsse auf verschiedene Objekte verpuffen leider einfach.

Eine wahre Klangschlacht
Das Packende an diesem Spiel ist auch die Musik und die Soundeffekte, die die Dramatik des Krieges wiederspiegeln. Die Explosionen, die Salven der MGs, die röhrenden Panzer und die donnernden Flugzeuge, sowie die Rufe der Soldaten tragen zu einer packenden Atmosphäre bei. Für dieses Inferno sollte man schon eine Surround-Analage besitzen und natürlich gute Nerven. Dieses Klang-Szenario wird durch die Musik von Joel Goldsmith mit Heldenhymnen und dramatischen Schlachtrythmen untermalt. Auch die Akzente und die Sprachausgabe der verschiedenen Soldaten ist mit bis auf wenige Ausnahmen gut umgesetzt.

Verteidige Dein Hauptquartier
Der Einzelspielermodus beschäftigt einen geübten Spieler ca. 10 bis 12. Stunden. Man hat dann auch die Möglichkeit auf den Multiplayer-Modus auszuweichen. 16 Spieler können gleichzeit online gegeneinander antreten. Hierbei wählt man zuerst eine der zwei Seiten, also Allierte oder Achsenmächte und dann eine von sieben Soldatenklassen, welche jeder seine Vor- und Nachteile haben. Da wären z.B. der Schütze, der schwere oder leichte Soldat, der Sanitäter oder der Späher. Im Online-Match sind alle möglichen Spielmodi vertreten. Besonders das Verteidigen eines Hauptquatiers ist hier ein großartiges und spannendes Online-Szenario. Im Test lief der angebotene Server sehr stabil und es kam zu keinen Ausfällen. Weiterhin gibt es die Möglichkeit im Splitscreen mit bis zu vier weiteren Spielern an der heimischen Konsole ein Match zu bestreiten. Als Online-Game kann sich meiner Meinung nach Call of Duty 4 nicht über Resistance - Fall of Man oder Rainbow Six: Vegas erheben, so dass Call of Duty hier ein geringes Nachsehen hat.

Fazit
Call of Duty 3 gehört ja eigentlich schon zu einer älteren Umsetzung, die auf die Playstation 3 portiert wurde. Wer sich gerade eine Playstation 3 geholt hat und auf Ego-Shooter steht, sollte hie schon zugreifen. Das Spiel wird daher z.B. bei Amazon und dem Auktionshaus RoteErdbeere bereits günstiger angeboten. Die Schlachten und die Soundkulisse sind wirklich beeindruckend. Auch die Steuerung des Sixaxis-Controllers wird meiner Meinung nach gut eingesetzt. Zukünftig werden sich die Entwickler der Call of Duty-Reihe schon mehr Mühe geben müssen, die jetzigen grafischen Fehler zu vermeiden und die Umgebung ein wenig mehr in das Spielgeschehen einzubeziehen.



Die Texte und Wertungen stellen die Meinungen des jeweiligen Autors dar...

.::Infos

Call of Duty 3

» Erschienen:
29.03.2007

» Hersteller:
Activision

» Entwickler:
Activision

» Genre:
Shooter

» Spieler:
1-24


.::Wertung
Grafik:
Grafik 8.5
8.5/10
Sound:
Sound 9.5
9.5/10
Spielspaß Solo:
Spielspaß Solo 8
8/10
Spielspaß Multi:
Spielspaß Multi 8
8/10
Gesamtwertung
Gesamtwertung 85%
85%
Autor: KonSport
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