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.::Super Aleste

Nach vielen mäßigen bis hin zu richtig gurkigen Titeln ist es jetzt einmal an der Zeit, über ein wirklich herausragendes Game zu berichten, welches auf dem Super Nintendo weltberühmt wurde und die Herzen aller Ballerspiel-Fans Anfang der 90er eindeutig höher schlagen ließ, sein Name ist Super Aleste. Mir selber war seinerzeit der absolute - wenn auch heftig schwere - Oberknaller im Shooter-Bereich namens Musha Aleste auf dem Sega Mega Drive bestens in Erinnerung geblieben, wobei ich im Übrigen auch mit Begeisterung wenige Jahre später Robo Aleste für das Sega Mega CD spielte, doch für das SNES erschien lediglich dieser Teil, welcher in meinen Augen zu den 16-Bit-Top-Shootern überhaupt gehört sozusagen zur crème de la crème.

Wer Musha Aleste auf Segas 16-Bit-Konsole gezockt hatte, vermutete bei diesem Teil für das SNES sicherlich große Ähnlichkeiten, doch dem war nicht so. Sowohl sämtliche Spielabschnitte wurden vom Design her generalüberholt und auch das System bezüglich der unterschiedlichen Extrawaffen wurde komplett überarbeitet. Dies schien mir zunächst ein großes Wagnis zu sein, schließlich bot Musha Aleste kaum Schwächen, doch im Großen und Ganzen ging die Rechnung trotzdem auf, Super Aleste für das SNES zog mich jedenfalls sehr schnell in seinen Bann, was erfreulicherweise gleich an mehreren Dingen lag.

Insgesamt metzeln wir uns mit unserem Raumgleiter durch zwölf extrem umfangreiche Level, wobei ich gleich an dieser Stelle sagen kann, dass die an uns gestellten Anforderungen nun deutlich moderater ausgefallen sind. Man muss demzufolge hier bei Super Aleste kein hartgesottener Shoot'em-Up-Profi sein, um den Abspann sehen zu können, wie es noch beim Vorgänger Musha Aleste der Fall gewesen war. Auch Normalsterbliche verbuchen daher ab und zu richtige Erfolgserlebnisse, was Super Aleste damit verständlicherweise einer größeren Zielgruppe zugänglich macht. Dies hatte ich zunächst überhaupt nicht erwartet und ich gebe gerne zu, dass ich über den moderaten Schwierigkeitsgrad, welcher sich mir schon nach ziemlich kurzer Zeit offenbarte, doch ziemlich erleichtert war, auch auf die Gefahr hin, dass mich die eingefleischten Shooter-Freaks jetzt möglicherweise als Weichei ansehen werden. Solch einen Stress wie bei Musha Aleste muss ich mir schließlich nicht andauernd geben, meine Meinung.

Erzfeind in Super Aleste sind fast schon natürlich wieder einmal die bitterbösen Außerirdischen, welche erneut unseren heißgeliebten blauen Heimatplaneten bedrohen. Leider Gottes hat sich das extraterrestrische Gesocks schon ziemlich auf unserem Erdball festgesetzt und nur äußerst ungern lassen sich diese von uns wieder weglöten. Aber was sein muss, muss eben sein, so etwas wie Erbarmen kennen wir natürlich überhaupt nicht. In diesem 2D-Vertikal-Scroller - der Bildschirm scrollt uns demnach von oben nach unten entgegen - existieren massig Feinde, so dass wir naturgemäß besonders durchschlagskräftige Waffen benötigen, um die unzähligen Einheiten der Aliens inklusive ihrer Waffensysteme in ihre Einzelteile zerlegen zu können. Das Pulverisieren jener Feinde wird uns zumindest etwas durch das Vorhandensein von insgesamt acht Extrawaffen erleichtert, die Verwendung unter anderem von Bomben, Raketen und nicht zuletzt der guten alten Laserwumme ist uns somit hier keineswegs fremd. Jene nützlichen Kriegsutensilien wie Plasmaschilde, Kurzstreckenraketen und zielsuchende Lasergeschosse lassen sich netterweise durch das stetige Aufsammeln entsprechender Extras weiter aufrüsten, was die Durchschlagskraft der Waffengattung an sich erheblich erhöht, wobei die sehr heftigen Smartbomben nicht ganz unerwähnt bleiben sollten.

Bis zu sechs Stufen könnt Ihr im Übrigen Eure Waffe aufrüsten, wobei Ihr peinlichst genau darauf achten müsst, nicht aus Versehen ein anders geartetes Extra Euch einzusacken, ansonsten fangt Ihr wieder bei Stufe 1 an. Dies hat zur Folge, dass Ihr Euch auf die Farbgebung der Extras konzentrieren müsst, denn selbstverständlich signalisiert Euch der entsprechende Farbton der Kugel - welche hier als Symbol fungiert - die Art des Extras, welches Ihr Euch einverleiben dürft. Dies genau zu beobachten wird Euch mit Sicherheit alles andere als leicht fallen, schließlich werdet Ihr genug damit zu tun haben, den zahlreichen Geschossen der Feinde auszuweichen und diese gleichzeitig in Grund und Boden zu ballern. Natürlich gibt es hier Action satt, Verschnaufpausen gibt es zwar ab und zu sogar für wenige Sekunden, aber so richtig Zeit zum Luft holen bleibt Euch eigentlich nie und das ist im Grunde auch gut so, fesselt Euch das Gameplay somit doch extrem stark an den Bildschirm, so dass sich schon nach erstaunlich kurzer Zeit unverkennbar ein erheblicher Suchtfaktor breit macht.

Trotz des vorherrschenden - gewollten - Chaos ist es den Entwicklern hervorragend gelungen, eine durchdachte Steuerung zu entwickeln. Verliert Ihr auch nicht gerade selten zumindest vorübergehend den Überblick, so müsst Ihr Euch in den nicht gerade selten vorkommenden hektischen Momenten wenigstens nicht mit Ärgernissen in Bezug auf das Handling herumschlagen. Das Ganze erweist sich als vielseitig und intelligent angelegt, ziemlich schnell habt Ihr den Bogen raus und ballert fast schon wie selbstverständlich aus allen Rohren und schaltet dabei ohne größere Probleme zwischen Standardschuss, Raketen, Laser und Smartbomben hin und her, ohne erheblich ins Straucheln zu geraten.

Manchmal lässt es sich leider nicht vermeiden - so erging es mir jedenfalls, wenn auch deutlich seltener als beim Vorgänger Musha Aleste - dass wir angesichts der feindlichen Übermacht das Zeitliche segnen müssen, wobei wir es hier aber tatsächlich mit unendlich viel Continues zu tun haben, was das ganze Prozedere - neben den ohnehin vorhandenen fünf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden - fast schon gemütlich macht. Ärgerlich ist dann eben nur noch, dass Ihr oft den gesamten Abschnitt noch einmal meistern müsst und selbstverständlich Eure aufgemotzte Extrawaffe wieder auf dem Nullpunkt angelangt ist und Ihr diese mühsam erst wieder aufpeppeln müsst. Game Over heißt es jedenfalls hier in Super Aleste nicht, vorausgesetzt Ihr verfügt über ein gutes Nervenkostüm und die dringend benötigten Eigenschaften wie Geduld und Ausdauer.

Das was Super Aleste dann tatsächlich vollends zu einer Art Meilenstein der 2D-Shooter-Geschichte macht, ist die Tatsache, dass jeder einzelne Spielabschnitt voller Überraschungen steckt und kein Level auch nur im Ansatz einem anderen gleicht. Ob Ihr durch tiefe Täler hindurchsausen müsst und damit möglichst viele Bodenziele vernichtet, Euch durch enge Labyrinthe schlängelt, an gewaltigen Felsformationen vorbeirauscht oder auch im Highspeed-Tempo Jagd auf den Highscore macht, langweilig wird es Euch hier definitiv nie. Nie und nimmer. Selbst der Vollprofi kommt hier trotz des "nur" mittleren Schwierigkeitsgrades auf seine Kosten, denn nach erstmaligem Durchspielen warten knackigere Anforderungen auf diese. Selbstverständlich werden Eure Mühen spätestens am Ende des jeweiligen Spielabschnitts belohnt, denn dann wartet regelmäßig ein aufsehenerregender fetter Obermotz auf Euch, welcher uns generell mächtig einheizt, uns ordentlich die Hölle heiß macht.

Was die Präsentation von Super Aleste angeht, so ist diese zwar keineswegs enttäuschend, als herausragend gut kann ich diese allerdings auch nicht bezeichnen. Sehr positiv ist die Tatsache, dass trotz der unaufhörlichen Action es zu keinem Zeitpunkt irgendein Ruckeln zu beobachten gibt, was wirklich eine reife Leistung darstellt, da es auf dem Bildschirm von Sprites nur so wimmelt. In dieser Hinsicht zeigt die Spieltechnik von Super Aleste eine sehr hohe Qualität auf und überbietet selbst den grandiosen Vorgänger Musha Aleste. Dass ich nicht total aus dem Häuschen bin, liegt daran, dass die Hintergründe an sich zwar oft bunt, aber insgesamt zu detailarm ausgefallen sind, darüber können auch die unzähligen beeindruckenden Licht- und Feuereffekte nicht hinwegtäuschen. Immerhin gibt es vereinzelte Passagen, wo die Möglichkeiten des - damals - revolutionären 3D-Chips zumindest ansatzweise aufgezeigt werden und so kommt es, dass wir es tatsächlich unter anderem auch mit zoomenden Plattformen zu tun haben. Mag ich der bunten und mit Spezialeffekten überhäuften Grafik mitsamt der ständigen Schusswechsel und Explosionen in diesem Shooter-Inferno noch mit Hängen und Würgen ein "Gut" erteilen, so kommt die Soundkulisse in qualitativer Hinsicht nicht über das Mittelmaß hinaus. Die Hintergrundmelodien spielten da für mich eine untergeordnete Rolle, aber speziell von den Soundeffekten hatte ich mir etwas mehr versprochen, da hätte es ruhig noch etwas mehr krachen dürfen.

Wer von Euch übrigens Interesse haben sollte, dieses SNES-Game käuflich zu erwerben, dem muss ich sagen, dass es sich hier beri Robo Aleste um ein doch äußerst selten vorzufindendes Modul handelt. Solltet Ihr nichtsdestotrotz eines Tages das Glück haben, fündig zu werden, müsst Ihr zudem dazu bereit sein, einen - zumindest für ein SNES-Game - doch unüblichen vergleichsweise höheren Betrag entrichten zu müssen. Ich persönlich schätze jedenfalls, dass Ihr unter 25€ ganz sicher nicht davonkommen werdet. Sollte ich mich hier gewaltig täuschen, teilt es mir bitte mit. Danke.

Schließlich dürfte jedem von Euch klar geworden sein, der sich tatsächlich zumindest etwas meinem Review gewidmet hat, dass Super Aleste für das Super Nintendo in jeder Videospielsammlung eine sehr gute Figur macht, dieses SNES-Modul kann ich ohne größere Einschränkungen als sogenanntes "Must-Have" bezeichnen. Mag die Präsentation in manchen Bereichen etwas Brillanz vermissen lassen, so wird uns hier gerade im Hinblick auf das Gameplay etwas Revolutionäres geboten. Eine hochspannende Weltraumballerei gepaart mit einer sehr gut durchdachten Steuerung, einer großen Waffenvielfalt, abwechslungsreichen und sehr umfangreichen Leveln und ein in der Tat extrem hoher Suchtfaktor sorgen für eine Spielspaßwertung von 82%. Insofern hat das Wörtchen "Klassiker" in diesem Fall tatsächlich seine Berechtigung.



Die Texte und Wertungen stellen die Meinungen des jeweiligen Autors dar...

.::Infos

Super Aleste

» Erschienen:
n/a

» Hersteller:

» Entwickler:

» Genre:
Action / Ballern

» Spieler:


.::Wertung
Grafik:
Grafik 6
6/10
Sound:
Sound 6
6/10
Spielspaß Solo:
Spielspaß Solo 10
10/10
Spielspaß Multi:
Spielspaß Multi 10
10/10
Gesamtwertung
Gesamtwertung 80%
80%
Autor: sinfortuna
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