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.::Art of Fighting

Bei Art of Fighting für das alte Supernintendo war wieder einmal der Automat aus den Spielhallen das große Vorbild, schließlich handelte es sich bei diesem Game um einen sehr erfolgreichen Prügler. Logischerweise gibt es beim Supernintendo in hardwaretechnischer Hinsicht klare Grenzen, so dass allerhöchstens nur ansatzweise eine 1: 1-Umsetzung vom Automaten Nintendos Spielkonsole zu erwarten war, speziell was die uns präsentierte Grafik angeht. Nichtsdestotrotz hat das fröhliche Zusammensein und gegenseitige Verprügeln vor dem heimischen Fernseher seinen Reiz und so war es denn auch kein Wunder, dass dieses Beat em Up auch auf dem SNES ziemlich erfolgreich wurde. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es sich hier keineswegs um einen Premium-Titel handelt, welcher zwingend in jede Supernintendo-Sammlung gehören müsste.

Auffälligstes Merkmal dieses Prüglers ist die sehr bewegliche Kamera, die beim Kampf hin- und herzoomt und für eine entsprechend lebendige Spielatmosphäre sorgt. Entfernen sich die beiden Kontrahenten beispielsweise voneinander, zoomt die Kamera etwas weg und Ihr könnt das gesamte Szenario einschließlich der Hintergründe betrachten, geht es hingegen wieder in den Nahkampf, zoomt die Kamera schnell wieder heran und wir dürfen die beiden Akteure in Großaufnahme bestaunen, die Gestaltung des Hintergrunds gerät dann wieder eher zur Nebensache. Dieses Feature hat mir bei Art of Fightung auf jeden Fall eindeutig am Besten gefallen und ist mir in guter Erinnerung geblieben und ist ganz eindeutig als äußerst positiv anzusehen.

Doch es gibt noch etwas, wovon sich dieser Prügler erheblich von anderen Titeln seines Genres unterscheidet, und zwar betrifft dies den zweiten Energiebalken, welchen Ihr am oberen Bildschirmrand direkt unter Eurer Lebensenergieleiste betrachten könnt. Diese zweite Leiste zeigt Euch den momentanen Bestand Eurer Spezialenergie an, was davon abhängig ist, wie oft bzw. wie wenig Ihr zu solchen Spezialangriffen ansetzt. Verwendet Ihr verhältnismäßig oft diese Special Moves, wird der Energiebalken entsprechend schmaler, wenig überraschend ist dann im Falle des häufigen Gebrauchs irgendwann Schluss mit lustig und Ihr könnt nur noch auf die herkömmliche, eben stinknormale Art und Weise auf Euren Widersacher einklöppen. Eine Möglichkeit gibt es allerdings doch, diese Leiste wieder aufzuladen, denn durch die entsprechende Betätigung der Tasten Eures Joypads könnt Ihr diese Leiste tatsächlich wieder aufladen. Doch das Ganze hat natürlich auch einen Haken, denn während dieser Zeit des Aufladens seid Ihr völlig schutzlos, so dass die Kämpfe an taktischen Spielelementen erheblich hinzugewinnen, verhält sich der Gegner zu passiv, könnt Ihr dies jedenfalls als Verschnaufpause entsprechend nutzen und Euch dem Aufladen der Spezialenergie widmen.

Falls Ihr glaubt, damit hätte es sich, was den Fight um die Spezialenergie angeht, so irrt Ihr Euch, denn es ist zusätzlich möglich, dem Gegner die heißbegehrte Energie abzuzapfen, wenn dies auch nicht gerade so mir nichts Dir nichts zu bewerkstelligen ist. Schließlich dürft Ihr bei all den Plänen rund um die Specials nicht die Basics vergessen, denn natürlich will das übliche Schlagen oder Treten dieses Klöppergames nicht hinten anstehen und so lasst Ihr es natürlich auch in dieser Hinsicht ordentlich krachen. Für Abwechslung sorgen aber nicht nur die individuellen Kampftechniken sämtlicher Fighter, sondern darüber hinaus auch die sehr abwechslungsreichen Stages, die generell sehr unterschiedlich ausgefallen sind und insgesamt drei Bonusabschnitte, in denen Ihr nach altbekannter Manier innerhalb einer vorgegeben Zeit beweisen müsst, was Ihr alles so kurz und klein hauen könnt und vor allem wie effektiv Eure Attacken in Wirklichkeit sind.

Das Positive bei der Grafik erst einmal zu Beginn: die Figuren sind trotz der eingeschränkten Möglichkeiten der Supernintendo-Konsole erstaunlich groß ausgefallen, dementsprechend sieht die Optik in Verbindung mit der zoomenden Kamera und den sehr gut auszumachenden Specials nicht schlecht aus. Überhaupt ist dieses Game sehr farbenfroh ausgefallen, was nicht nur auf die Charaktere, sondern auch auf die Gestaltung der Hintergründe zutrifft. Für damalige Verhältnisse gehen dann auch die Animationen der Kämpfer noch in Ordnung, auch kleinere Spezialeffekte wie beispielsweise die generell in solchen Spielen beliebten Feuerbälle erfreuen das Auge des Betrachters. Vom Soundtrack hingegen bin ich enttäuscht, in diesem Punkt habe ich auch bei Klöpperspielen wie diesem hier schon viel bessere und vor allem abwechslungsreichere Klänge und Soundeffekte gehört. Meines Erachtens ist dies ein offensichtlicher Schwachpunkt dieses Spiels, denn ein packender Soundtrack oder krachendere Soundeffekte hätten den Spielspass deutlich angehoben.

Dass es nicht ganz zu einem Hit, sondern nur zu einem leicht überdurchschnittlichen Prügelgame gereicht hat, liegt in erster Linie daran, dass die Kämpfe trotz der Special Moves insgesamt zu unspektakulär rüberkommen. Die Steuerung ist schnell erlernt, die unterschiedlichen Bewegungsabläufe der Figuren dann aber auch an einer Hand abzuzählen. Die Langzeitmotivation lässt ebenfalls etwas zu wünschen übrig, irgendwie fehlt diesem Prügler der letzte Feinschliff oder von mir aus auch der letzte Kick. Trotz der zoomenden Kamera, der angenehmen Größe der Figuren und der interessanten Sache rund um den Spezialenergiebalken reicht es meiner Ansicht nach nicht zu einem herausragenden Titel, meine Wertung beläuft sich in diesem Fall auf 68%.



Die Texte und Wertungen stellen die Meinungen des jeweiligen Autors dar...

.::Infos

Art of Fighting

» Erschienen:
n/a

» Hersteller:

» Entwickler:

» Genre:
Beat 'em Up

» Spieler:
2


.::Wertung
Grafik:
Grafik 8
8/10
Sound:
Sound 6
6/10
Spielspaß Solo:
Spielspaß Solo 6
6/10
Spielspaß Multi:
Spielspaß Multi 6
6/10
Gesamtwertung
Gesamtwertung 61.5%
61.5%
Autor: sinfortuna
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