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.::Richard Burns Rally

Das Videospiel „Richard Burns Rally“ gehört in das Genre – man mag es angesichts der Namensgebung kaum glauben – der Rennspiele. Es erschien sowohl für die Sony Playstation 2 als auch die Microsoft X-Box und wurde von Ubisoft irgendwann im Jahr 2004 auf den Markt gebracht. Die PS2-Variante ist mir nur flüchtig bekannt, doch habe ich mir sagen lassen, dass großartige Unterschiede zwischen beiden Versionen nicht bestünden, zumal das X-Box-Live-Feature im vorliegenden Fall doch sehr dürftig ausgefallen ist, da lediglich Highscorefahrten getauscht werden können, weder brisante Online-Duelle noch weitere Downloads finden wir vor. Insgesamt handelt es sich um ein sehr interessantes, extrem realistisches aber auch (übertreiben) knüppelhartes Game, so dass die Zielgruppe für diesen Racer dann doch erstaunlich klein ausfallen dürfte.

Modi-->
Wie bereits erwähnt, enttäuscht dieses Rallyespektakel für die X-Box durch das Fehlen motivierender Online-Reize, dies ist sicherlich eine mindestens kleine Enttäuschung für viele X-Box-Besitzer, schätze ich. Ausschließlich offline bestreiten wir somit Einzelrennen, die keiner weiteren Erläuterung bedürfen, denke ich. Hier soll sich in erster Linie mit Fahrzeug(en) und Strecke(n) vertraut gemacht werden und das ist – dazu gleich noch mehr – eine ziemlich happige Angelegenheit. Was noch milde ausgedrückt ist. Von einer kurzen Eingewöhnungsphase bzw. einem einsteigerfreundlichen Beginn kann jedenfalls wahrlich nicht die Rede sein. Des Weiteren dürfen in den Zeitrennen auf Wunsch bis zu vier Spieler (aber leider nur nacheinander!) an den Start gehen, um zu zeigen, wer der Time-Attack-Champion bzw. der Herr im Hause ist. In den Herausforderungen (Challenges) ist es das Ziel, die von Richard Burns vorgelegte Bestzeit zu toppen bzw. zu unterbieten. Schwerpunkt ist traditionsgemäß das Absolvieren einer kompletten Rennsaison, versteht sich. Davor steht jedoch der Besuch der Fahrschule, die uns die nötigen Kniffe bezüglich der Steuerung vermitteln möchte und aus knapp zwanzig Fahrprüfungen besteht. Insbesondere das überaus gekonnte Driften ist hier gefragt, denn ohne dieses seht Ihr später in den Rennen überhaupt keine Sonne.

Gameplay-->
Blitzschnell fällt auf: wir haben es mit einer hammerharten Rennsimulation zu tun. Keine Chance für unbeschwerte Vollgas-Raser, die kleinste Unaufmerksamkeit wird umgehend bestraft. Die Fahrzeuge sind derart sensibel, dass sie auch nur die kleinsten Konzentrationsfehler für Bruchteile von Sekunden nicht verzeihen, das Ergebnis ist frustrierend: Kollisionen und üble Dreher. Das Set-Up gestaltet sich sehr umfangreich, so wie es sich eben für eine Rallyesimulation gehört, an die vierzig unterschiedliche Einstellungen können wir vornehmen. Auch hier gilt: ein auch nur ansatzweise falsches Setting bringt fatale Folgen auf der Piste mit sich. Ein Ignorieren der Wettervorhersage ist demnach nicht zu empfehlen, wobei sich die Wetterverhältnisse weiterhin ändern können und somit das Ganze noch schwieriger machen. Letzteres wäre ja völlig okay, doch die übertrieben empfindliche Steuerung treibt selbst dem Profi nicht nur die Schweißperlen, sondern auch die Zornesröte auf die Stirn. Die Folge: eine fast schon übertrieben vorsichtige Fahrweise „wie auf rohen Eiern“ auf (dann auch noch!) teilweise sehr engen Straßen dämpft die Spielfreude erheblich. Dazu gesellt sich die Tatsache, dass wir schnell den Überblick zu verlieren drohen, die oft dicht bewaldeten Strecken erlauben uns nur sehr selten einen Blick voraus über mehrere Meter. Der Schwierigkeitsgrad ist sehr hoch bis unfair. Nichts gegen knackige Herausforderungen und einen hohen Anspruch, doch hier sind die Entwickler meines Erachtens weit über das Ziel hinaus geschossen.

Saison-->
Auf die Plätze, fertig, los. Nun ja, bloß nicht zu schnell, denn eine bittere Zeitstrafe erhält derjenige, der einen Fehlstart produziert. In England, Frankreich, Finnland, Australien, Japan und den USA treiben wir unser Unwesen, in jedem Land erwarten uns lange Etappen, die mitunter zehn Minuten andauern. Das ist durchaus motivierend und gefällt mir deutlich besser als die oftmals viel zu kurzen Fahrprüfungen der Rallyekonkurrenz. Als ob wir nicht schon genug mit unserem Fahrzeug – einem Subaru Impreza – zu kämpfen hätten, erwarten uns zahlreiche tückische Hindernisse wie Schlaglöcher, Felsbrocken, Äste etc. Traditionsgemäß erfolgen zwischen den einzelnen Etappen notwendige Reparaturmaßnahmen, sofern die Zeit dafür ausreichend sein sollte und wir (am Besten) zuvor vergleichsweise wenig Schaden erlitten haben. Am Ende einer strapaziösen Saison ist das Ziel naturgemäß ein Platz auf dem Siegertreppchen oder im Optimalfall natürlich der Weltmeistertitel. Was – wie bereits geschildert – für Normalsterbliche unerreichbar sein dürfte, schätze ich.

Präsentation-->
Zu wenig Spektakuläres wird unseren Augen geboten, als dass wir das diesem Titel zweifellos innewohnende Frustpotential verschmerzen könnten. Gut gelungen ist das Fahrzeugdesign inklusive des Schadensmodells, das ist überhaupt keine Frage. Langweilige Texturen am Streckenrand und monotone Hintergründe nerven jedoch zunehmend, weder von atemberaubend schönen Landschaften noch sehenswerten Spezialeffekten kann gesprochen werden. Dazu gesellen sich ein oftmals zu knapper Horizont und zu allem Unglück auch noch unübersehbare Grafikruckler, die angesichts der nur durchschnittlich bzw. nicht hochauflösenden Texturierung doch negativ überrascht. Deutsche Bildschirmtexte und 60-Hz-Modus finden wir allerdings vor, das 16:9-Breitbildformat fand jedoch keine Berücksichtigung. Insgesamt solider Durchschnitt, keineswegs mehr, was meiner bescheidenen Ansicht nach viel zu mager ist, um auf dem Rallyespiel-Markt konkurrenzfähig zu sein. Bezüglich der Soundkulisse freuen wir uns über die Möglichkeit, neben der englischen auch die deutsche Sprachausgabe anwählen zu können, jedoch gibt es Patzer bei der Synchro, unfreiwillig komisch sind beispielsweise die gegebenen Infos bezüglich der Platzierungen der Fahrerkonkurrenz per Newsticker nach einer absolvierter Etappe. Unser Co-Pilot gibt hingegen überhaupt keinen Anlass zur Beschwerde, er blubbert wie ein Wasserfall und dies korrekt und vor allem frühzeitig genug, um noch rechtzeitig reagieren zu können. Ansonsten gehen die Soundeffekte auch in Ordnung, etwaige Hintergrundmelodien haben während der Fahrt naturgemäß nichts zu suchen.

Ergo-->
Diese Rallyesimulation beeindruckt durch ein hohes, ja wirklich extrem hohes Maß an Realismus. Eine gut aufgebaute Fahrschule, zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten vor den und sauberes Schadensmodell des Fahrzeugs während der Rennen wie auch die ansprechende Anzahl vorhandener Spielmodi sind weitere Pluspunkte. Den bis an den Rande der Perfektion getriebene Realismus in allen Ehren, jedoch diesen zulasten des Spielspaßes kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Die Kombination von sehr anspruchsvollen Strecken, die voll sind mit Hindernissen und sonstigen Tücken, zudem sehr oft einen kurzen Horizont und eine sehr enge Straßenführung aufweisen gepaart mit einer hypersensiblen Steuerung des Fahrzeugs führt zu gewaltigem Frust. Wäre die Steuerung nicht derart empfindlich ausgefallen, man hätte von einem überaus fordernden, bemerkenswert anspruchsvollen Rallyespektakel sprechen können, so aber bleibt unter dem Strich eine Rennsimulation mit einem horrenden Schwierigkeitsgrad, der quasi jegliche zart aufkommende Euphorie praktisch vom Start weg zunichte macht. Die nur durchschnittliche Präsentation sorgt letztlich dafür, dass das Joypad früher oder später voller Enttäuschung in die Ecke gedonnert wird. Spielspaßwertung: 63%.



Die Texte und Wertungen stellen die Meinungen des jeweiligen Autors dar...

.::Infos

Richard Burns Rally

» Erschienen:
06.07.2004

» Hersteller:
Ubisoft

» Entwickler:
Ubisoft

» Genre:
Rennspiel

» Spieler:


.::Wertung
Grafik:
Grafik 7
7/10
Sound:
Sound 7
7/10
Spielspaß Solo:
Spielspaß Solo 5.5
5.5/10
Spielspaß Multi:
Spielspaß Multi 5
5/10
Gesamtwertung
Gesamtwertung 63.3333%
63.3333%
Autor: sinfortuna
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