In diesem Bericht möchte ich mich einem der besten Spiele aller Zeiten zuwenden, nämlich Mafia. Die PC Version habe ich mir damals sofort gekauft und nun bin ich auch im Besitz der X-Box Variante.
Gameplay/ Story:
Der Name sagt eigentlich schon alles, aber dennoch haben die Programmierer einige Mühe gegeben nicht die Story komplett aus Filmen zu übernehmen.
Sie sind Tommy Angelo, der in den 30er Jahren als Taxi-Fahrer in Lost Heaven arbeitet. Durch unglückliche Umstände werden sie allerdings zu einem gefürchteten Mafioso. Er ist allerdings nicht immer ein kaltblütiger Killer, denn ab und zu meldet sich dann doch sein Gewissen wieder.
Alles fängt damit an, dass Tommy 2 Fahrgäste begegnen, die vor 3 Mafiosi fliehen müssen. Als Tommy fahren sie das Taxi, müssen die Gangster abschütteln und schließlich ihre Fahrgäste zu Don Salieris Bar bringen. Sie bekommen nicht nur sehr viel Geld dafür, sondern auch die Dankbarkeit des Dons und die ist sehr viel Wert. In der nächsten Mission werden sie nämlich von einigen Typen mit Baseball-Schlägern und Waffen angegriffen. Sie laufen dann zur Bar von Salieri und dort wird man ihr Problem lösen. Von nun an sind sie in der "Familie" und macht richtig Karriere.
Missionen:
Mir ist außer GTA kein vergleichbares Spiel begegnet, welches eine so breite Palette an verschiedenen Missionen bietet. Simple Ballerei ist eher selten und ergibt sich höchstens aus dem Missionsverlauf. Aber Anweisungen wie fahre zu Punkt A und bringe Person X um sind eher selten. Das Mafia-Geschäft ist recht vielseitig. Mal treibt man Schutzgeld ein, dann fährt man ein Sportwagen-Rennen, muss das Auto eines Stadtrates klauen, die Tochter des Barkeepers vor fiesen Schlägern beschützen und und und. Mehr Beispiele möchte ich nicht nennen, da dann ein Großteil des Spiels offen gelegt wird. Nur so viel, langweilig wird es definitiv nicht.
Auch der Schwierigkeitsgrad steigt in einem akzeptablen Rahmen an. Man braucht keine Bedenken zu haben, dass es von 0 auf 100 geht. Allerdings wird es ab der 6., 7. Mission schon richtig happig. Auch als erfahrener Spieler wird man schon mehrere Versuche brauchen. Der Vorteil ist, dass zwischen den einzelnen Abschnitten zwischengespeichert wird. Dies ist bei Missionen mit Schießereien sehr nützlich, da die Gegner doch eine recht gute Intelligenz an den Tag legen.
Atmosphäre:
Dieses Spiel macht extrem süchtig und dazu trägt maßgeblich die geniale Atmosphäre bei. Man kommt sich vor wie in einem Film a la Goodfellas. Es gibt nicht sehr viele Spiele in denen ein Thema so detailliert umgesetzt wurde. Es stimmt einfach alles, von der Kleidung der Menschen über die Autos bis hin zum Häuserdesign fühlt man sich wie im New York der 30er Jahre.
Durch die Zwischensequenzen, die meistens in Salieris Bar stattfinden, wird man noch tiefer in das Spiel einbezogen. Der Don gewinnt immer mehr Vertrauen zu einem und man bekommt Details zu seinen Aufträgen später auch persönlich und nicht über andere Mitglieder der „Familie“ mitgeteilt. Selten wurde eine Story so fesselnd in einem Spiel umgesetzt. Auch wer mit dem Thema Mafia nichts anzufangen weiß, wird von diesem Spiel in seinen Bann gezogen.
Grafik:
Als das Spiel „damals“ raus kam und ich es auf dem PC gespielt habe, war ich wirklich begeistert. Bei der X-Box Version geht es mir nicht anders. Natürlich kann man die Optik nicht mit heutigen Computer-Spielen auf eine Stufe stellen, aber für ein Konsolenspiel ist die Grafik sehr gut. Die Bewegungen der Spieler sind sehr realistisch nachempfunden. Ganz im Gegenteil zu einem bestimmten aktuellen Titel von Atari. Und auch zahlreiche eher unwichtige aber dennoch schöne Details wie Auspuffqualm etc. sind vorhanden.
Die Zwischensequenzen haben die gleiche Optik wie im Spiel selber. Die ganzen Gegenstände aus der Bar findet man auch dort wieder. Die Animationen von Mimik, Gestik und Sprache der Protagonisten sind hervorragend gelungen. Endlich ist die Zeit der statischen Gesichter und unbeweglichen Figuren vorbei. Auch hier hat man liebvolle Details realisiert. Der Don raucht beispielsweise ständig Zigarren aus der nicht nur Rauch aufsteigt, sondern auch manchmal kleine Kringel. Weiterhin ist der Rauch auch nicht statisch animiert, sondern wirkt, als ob er frei schwebt. Gläser und Flaschen wirken in dem Game auch endlich einmal transparent.
Die Waffen wurden auch sehr detailliert nachgebildet. Liegt eine Pistole am Boden, kann man sie sehr gut unterscheiden. Auch Shotguns, Tommy-Guns (Maschinenpistole) und weitere andere Modelle sehen sehr realistisch aus. Sogar die Holzfarben der einzelnen Gewehre variieren.
Sound:
Der Sound ist genau wie die Grafik einfach klasse. Ich bin absolut kein Freund von Hintergrund-Musik, aber in diesem Spiel stört sie keineswegs. Auch hier wurde darauf geachtet, dass die Musik zur Epoche passt und dass ist den Programmieren hervorragend gelungen. Die Musik läuft zwar nur während den Auto-Fahrten, wechselt aber zwischendurch, sodass auch bei längeren Fahrten kein Nerv-Faktor eintritt.
Das Musik-Stück im Startbildschirm hat fast schon einen epischen, Respekt einflößenden Charakter.
Die Sprache wurde selten in einem Spiel so passend und fehlerfrei umgesetzt. Die Stimmen passen einfach perfekt zum jeweiligen Charakter. Lediglich bei „Day of the Tentacle“ ist es genauso gut gelungen. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich die Zwischensequenzen anzusehen und die Sprache einmal auf sich wirken zu lassen.
Auch bei den Soundeffekten gibt es keinerlei Anlass etwas zu kritisieren. Egal ob es Motorensound, Schüsse oder Schritte auf verschiedenen Untergründen sind, alles hört sich extrem realistisch an. Sogar bei den einzelnen Colt-Modellen hören sich die Schüsse unterschiedlich an.
Steuerung:
Die Steuerung des Spiels ist wirklich gut gelungen. Die Tasten des Controllers reichen zur Steuerung vollkommen aus, und auch die Belegung ist logisch angeordnet. Da man bei der X-Box leider keine Maus hat, um schnell zielen zu können, gibt es die Möglichkeit des „Auto-Ziels“. Drückt man die schwarze Taste, wird der Gegner automatisch anvisiert und man hat es so deutlich leichter. Mit etwas Übung ist es aber auch möglich von Hand zu zielen und durch einen „Head- Shot“ seinen Gegner zu erledigen.
Fahrzeuge und auch die Spielfigur setzen die Kommandos prompt um. So ist es also auch möglich, sich schnell zu ducken, oder hinter einem Auto in Deckung zu gehen.
Waffen:
Da die Gegner auch alle ziemlich gut mit Waffen ausgestattet sind, darf man als Spieler da natürlich in nichts nachstehen. Im Hinterhof von Salieris Bar hat Vincenzo sein „Büro“ wo man sich ausreichend eindecken kann. Es wird einem sogar auch die passende Waffe vorgeschlagen. Da wir natürlich nicht in jeder Mission einen Haufen Leichen zurücklassen wollen, gibt es auch ein paar Waffen die nicht sofort töten. Hier mal eine kleine Liste:
- Schlagringe
- Baseballschläger
- 1911 Colt
- Pumpgun
- Abgesägte Schrotflinte
- Thompson 1928 (Maschinenpistole)
- Präzisions-Gewehr
- Autobombe
Jede Waffe verursacht auch auf ihre eigene Art und Weise Schaden. Ein 1911er Colt eignet sich hervorragend um Gegner mit gezielten Schüssen in den Kopf oder Rücken zu erledigen. Auch auf Distanz ist er sehr wirkungsvoll. Die Pumpgun und die abgesägte Schrotflinte sind auf kurze Distanz sehr wirkungsvoll. Die abgesägte Variante hat dabei den Vorteil, dass Blei weit zu streuen und so mehrer Gegner in Mitleidenschaft zu ziehen.
Die Thompson 1928 ist dazu da, viel Schaden anzurichten, egal auf welche Distanz. Ein Magazin hat 50 Schuss und damit lassen sich schon einige Feinde erledigen. Der Nachteil an dieser Waffe ist der Rückschlag, der zu Lasten der Präzision geht.
Die Autobombe ist eher eine Semi-Waffe, da sie in nur einer Mission zum Einsatz kommt, dafür aber auch gehörigen Schaden bereitet.
Fahrzeuge:
Als Mitglied der Familie fährt man natürlich nicht mit dem Bus oder der Bahn. Man hat selbstverständlich einen standesgemäßen Fuhrpark zur Verfügung. Anfangs sind es eher langsame Karossen mit maximal 65 PS. Später lernt man dann von Ralphie oder Lucas Bertone, wie man die schnellen und teueren Autos in seinen Besitz bringt. Die bieten dann eine Leistung von bis zu 200 PS und lassen die Verfolger wie Polizei oder Rivalen schnell hinter sich. Die Garage des Don bietet Platz für bis zu 6 Autos. Also muss man schon eingrenzen, welches Fahrzeug man eher brauchen kann.
Hat man im Spiel erstmal ein Auto in seinen Besitz gebracht, ist es auch im „Freie Fahrt Modus“ vorhanden und kann genutzt werden.
Es sind wirklich einige exotische Typen wie ein Leichenwagen oder ein Rennwagen der 150 km/h fährt dabei. In der Stadt sollte man allerdings den Tempo- Begrenzer aktivieren, da man dort nur 60 fahren darf. Macht man dies nicht, nerven einen sehr schnell die Ordnungshüter. Diese lassen sich aber relativ einfach abhängen.
Charaktere:
Alleine lässt sich eine Stadt und die Unterwelt natürlich nicht beherrschen und kontrollieren. Um nicht alleine kämpfen zu müssen haben die Entwickler einige Verbündete aber auch einige Feine erschaffen. Auf diese möchte ich einmal kurz eingehen:
- Don Salieri: Der Chef der Familie. Er ist eine Symbiose aus Geschäftsmann und einem Kriminellen. Er wirkt wie ein netter alter Mann, der nichts böses machen könnte. Da täuscht man sich aber…
- Frank: Der Ratgeber und Buchhalter des Dons. Er wirkt eher wie ein Anwalt oder Bankdirektor, fungiert aber als rechte Hand Salieris.
- Sam und Paulie: Die direkten Kollegen von Tommy. Sie halten einem den Rücken frei und gehen mit einem durch Dick und Dünn.
- Vincenzo: Der Herr über die Waffen. Das so ein netter Mensch ein so großes Faible für Waffen hat, denkt man überhaupt nicht.
- Ralphie: Er ist unser Mechaniker und sorgt immer für ein fahrbereites Auto. Von ihm bekommt man auch beigebracht wie man Autos stiehlt und wo sie zu finden sind.
- Lucas Bertone: Lucas hat eine Werkstatt in der Nähe der Giuliano Bridge. Im Gegensatz zu Ralphie kommt er an sehr teuere und exotische Fahrzeuge heran. Er erklärt auch wo man sie findet und wie man sie klaut. Ein Besuch bei ihm lohnt sich immer.
- Die Morello Brüder: Das sind die Feinde im Spiel, die alles versuchen werden um uns umzubringen und die Macht an sich zu reißen. Im Gegensatz zu Salieri gehen sie extrem brutal zur Sache und lassen selten jemanden am Leben.
Es gibt noch einige weitere Personen wie Informanten, Bekannte etc. Diese sind allerdings nicht so wichtig, da sie nur sehr selten im Spiel auftauchen.
Fazit:
Mafia ist ein Spiel das süchtig macht und fasziniert. Viele gehen sicher davon aus, dass es sich lediglich um einen Shooter mit relativ wenig Handlung handelt. Solche Zeitgenossen sollten sich eines besseren belehren lassen. Natürlich wird im Spiel auch gemordet, aber auf eine Stilvolle Art und Weise.
Selten wurde ein Thema so hervorragend in einem Spiel umgesetzt. In Sachen Atmosphäre und der schon angesprochenen Umsetzung setzt dieses Spiel Maßstäbe. Obwohl der Schwierigkeitsgrad recht hoch ist und man öfters neu beginnen muss legt man den Controller nur ungern aus der Hand. Auch plötzliche Änderungen innerhalb einer Mission kommen des Öfteren vor und sorgen für neuen Spielspaß. Auch wenn der Preis für die X-Box Version mit 50 – 60 € sehr hoch ist, habe ich es nicht bereut das Spiel zu kaufen. Spielspaß für Stunden ist garantiert und auch für fortgeschrittene gibt es bestimmt noch einige Herausforderungen.
Ich empfehle dieses Spiel ohne Einschränkungen.
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